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Wir haben sie !!!!! Silber bei der EM mit dem Team Deutschland !

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Es ist der absolute Hammer, Silber mit dem Team Helen Grobert, Tobias Eise, Moritz Milatz und mir. Ich kann´s noch gar nicht fassen. Vor dem Rennen noch als Verlegenheitsstaffel bezeichnet, gab uns das den zusätzlichen Kick. Bundestrainer Speedy Schaupp hatte uns glänzend auf- und eingestellt. Ich sollte als Startfahrer dafür sorgen, dass wir mit einer guten Ausgangsposition ins Rennen kommen. Als ich dann die Startaufstellungen der anderen Staffeln sah, war mir schon etwas mulmig. U.a. Emil Lindhgren und Jose Antonio Hermida standen da als Startfahrer auf dem Plan. Also die aboslute Weltspitze der Profis, dazu der Weltcup-Führende in der U23-Klasse und weitere Top-Stars. Ich erwischte einen guten Start und im ersten Anstieg konnte ich mich bis auf Platz 4 vorkämpfen. Das Tempo war hoch, doch ich schaffte es sogar noch zwei Plätze gut zu machen. Platz 2 in diesem erlesenen Feld, wenn ich das bis ins Ziel halte… Der kurze Gedanke wurde jäh beendet; eine harte Bodenwelle traf so unglücklich auf mein Hinterrad, dass sich der Schnellspanner löste und das Rad aus dem Rahmen herausgezogen wurde. Es war wie ein Schock; ich schrie mich innerlich an, ruhig zu bleiben, sprang vom Rad und setzte das Hinterrad wieder ein. Schnellspanner nachgestellt und wieder zugedrückt. Dann wieder aufs Rad; 6 Plätze hatte ich durch das Missgeschick verloren. Jetzt wollte ich unbedingt so viel Rückstand wie möglich wieder aufholen. Ich gab alles und bis zum Ziel gelang es mir tatsächlich, wieder auf Platz 6 vorzufahren. Der Rückstand war mit 35 Sekunden noch erträglich geblieben. Ich wechselte auf Tobias Eise und dann blieb mir nicht anderes übrig als zu warten und zu zittern. Tobi war vor dem Rennen total nervös gewesen. Ich kannte die Situation noch von meinem Staffeleinsatz vor 2 Jahren in Moskau bei der EM. Gerade als Junior hast Du unter den arrivierten Startern immer besondere Versagensängste. Doch Tobi erwischte einen Sahnetag, hämmerte mit der besten Zeit aller Junioren um den Kurs und übergab auf Platz 3 an Helen. Erstmals kam der Gedanke auf, dass wir vielleicht doch eine Medaille schaffen könnten. Helen hatte brutale Konkurrenz. Hinter Ihr ging die amtierende Weltmeisterin im MTB-Sprint, Alexandra Engen auf die Strecke und holte schnell Sekunde um Sekunde auf. Doch Helen hielt dagegen kämpfte und hatte im Ziel zwar einen Platz verloren, aber nur 50 Sekunden Rückstand kassiert. Unser Elitefahrer Moritz Milatz, der auch zur absoluten Weltspitze gehört musste es nun von Platz 4 aus schaffen. 50 Sekunden Rückstand auf den vor ihm liegenden Juniorenfahrer aus Schweden und 3 min Rückstand auf die für Spanien als Schlussfahrerin eingesetzte Frau. Eigentlich sollte das zu schaffen sein. Tobi, Helen und ich diskutierten wild und drückten die Daumen so fest wie es geht. Gespannt warteten wir auf die erste Zwischenzeit. Und jaaaaaaaaaaaa, er hatte es geschafft, Moritz war auf Platz 3 vorgefahren. Rückstand auf Platz 2 nur noch eine Minute. Silber, es geht auch noch Silber… Wieder warteten wir angespannt auf die nächste Zwischenzeit und wieder jubelten wir gemeinsam mit den Zuschauern im Stadion von St. Wendel. Moritz war an der Spanierin vorbei und lag nun auf Platz 2. Vor ihm fuhren die Franzosen einem ungefährdeten Sieg ein und dann war der Moment da. Das weiße Nationaltrikot tauchte an der Stadioneinfahrt auf, niemand mehr dahinter und dann fielen wir vier uns in die Arme. Vize-Europameister hörte ich den Stadionsprecher sagen, unglaublich, oder? Die Siegerehrung war dann der emotionale Höhepunkt eines perfekten Tages. Und es sollte noch nicht das Ende eines erfolgreichen EM-Wochenendes sein…

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