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Wetter is better…


Wetter is better, so könnte man wohl sagen, wenn ich auf mein Wochenende zurückblicke. Eigentlich hätte ich ja auch beim Weltcup-Finale in Val di Sole dabei sein sollen. Doch in Absprache mit unserem Bundestrainer “Speedy” Schaupp habe ich mir den Reisestress geschenkt und stattdessen noch einmal eine qualitativ hochwertige Trainingswoche eingeschoben. Was das heißt? Lest selbst.

11949576_665465866924396_1744840844_n“Qualitativ hochwertig” benutzen die Trainer immer dann, wenn sie Dich auf eine brutal harte Trainingseinheit oder in eine knüppelharte Trainingsperiode schicken. “Qualitativ hochwertig” klingt doch auch viel verlockender, als “Am Ende dieser Woche wirst Du Deine Beine kaum noch spüren. Du wirst Wahrnehmungsstörungen haben und auf der Couch beim Essen einschlafen. Der Weg zur Massagebank wird Dir zu weit sein und Dein Magen wird dir zwar “Hunger” sagen, aber nach dem ersten Bissen keine Kraft zur Verdauung haben.”

Eine solch qualitativ hochwertige Woche habe ich hinter mir. Dass am Ende einer solchen Woche 1000 km im Auto, die ich vom Weltcup zurück gehabt hätte, sicherlich keine optimale Regeneration gewesen wären, dürfte klar sein. Daher auch meine Entscheidung statt des Weltcups in 1.000 km Entfernung lieber 20 km von zuhause am Ruhrbike-Festival teilzunehmen. Vorweg: Das Ruhrbike-Festival 2015 war das beste seit langer Zeit. Traumwetter, super Strecken, viele nette Leute mit den ich viele gute Gespräche vor und nach den Rennen hatte. Zahlreiche Fans an der Strecke, die mich an beiden Tagen frenetisch angefeuert haben; das macht die Rennen in der Heimat so besonders.

Am Samstag stand zunächst die 50km-Runde beim Ruhrbike-Marathon auf meinem Programm. Viele der besten Marathonfahrer aus NRW waren gekommen, um auf einer der schönsten Strecken Deutschlands zu erkennen, dass man im Ruhrgebiet auch 1.800 Höhenmeter auf 50km fahren kann. Und das nicht auf Asphalt, sondern fast ausschließlich auf traumhaften Trails, die ihresgleichen suchen. Die Geschichte des Rennens ist schnell erzählt. Aufgrund der Vorgaben zum qualitativ hochwertigen Training sollte ich von Anfang an voll fahren. Ich tat das auch und überraschte meine Betreuer bereits an der ersten Verpflegungsstation nach 15 km, an der ich deutlich früher als erwartet ankam. Ich zog weiter durch und baute meinen Vorsprung bis zur Hälfte des Rennens auf ca. 3 Minuten aus. Am spektakulärsten Streckenteil, der steilsten innerörtlichen Straße Europas, der Heegstrasse in Volmarstein, testete ich dann noch mal meine Bergpower. 28% Steigung und alles im Wiegetritt, das ist qualitativ hochwertig. IMG-20150823-WA0017Bis zum Ziel, das ich mit neuem Streckenrekord erreichte, baute ich den Vorsprung auf den zweitplatzierten Marathonspezialisten, Matthias Frohn, noch auf rd. 9 Minuten aus. Damit war der erste Teil des Wochenendes geschafft.

Um die Trainingswoche qualitativ noch hochwertiger zu machen, ging ich am nächsten Tag  dann erneut an den Start. Der 4. Lauf zum Deutschland-Cup, in dem gleichzeitig auch die Landesmeisterschaft Cross-Country  für NRW ausgefahren wurde, startete mittags bei bestem Bikewetter.20150823_143048

In der Startrunde merkte ich sehr deutlich, dass ich gestern “qualitativ hochwertig” gefahren war. Im ersten Moment drehte sich die Kurbel kaum und erst auf Platz 8 kam ich aus der Startrunde. Doch zum Glück erinnerten sich die Beine, dass sie auch schneller können und so war ich nach dem ersten langen und technisch schwierigen Downhill bereits wieder in Front. Dabei war mein Bergamont Fastlane Team, das XCO- bzw. Marathonfully der Hamburger Bikeschmiede ein großer Vorteil gegenüber meiner Konkurrenz. Die harten Schläge, die durch die Baumstämme in den Downhills verursacht wurden, federte das Rad einfach weg und ich war wie auf Schienen unterwegs. Von Runde zu Runde ging es dann auch bergauf immer besser und mein Vorsprung vergrößerte sich. Am Ende stand erneut ein souveräner Sieg und so durfte ich zum zweiten Mal an diesem Wochenende auf dem Podium in Wetter ganz oben stehen. Landesmeister NRW in der Eliteklasse bin ich übrigens nebenbei auch noch geworden.

Fazit:

1. Super Wetter in Wetter
2. so viele nette Leute in Wetter (Danke an all, die mich angefeuert haben)
3. eine der schönsten Strecken in Deutschland (hat mehr als NRW-Cup verdient)
4. Zwei Siege in zwei Tagen 20150823_175408

und natürlich das Wichtigste:

5. Qualitativ hochwertiges Training absolviert

Ich bin froh, dass diese qualitativ hochwertige Woche jetzt vorbei ist. Ich werde jetzt meine Sachen packen und dann geht es am kommenden Dienstag bereits los nach Barcelona (ESP), wo ich mich im Hinterland noch einmal gezielt auf die WM in Andorra, die am 1.9. beginnt, vorbereite. Drückt mir die Daumen, dass sich das qualitativ hochwertige Training dann auszahlt!

Hier noch weitere Fotos aus Wetter (Danke an Eugen Schnmunk von den GT YellowWings):

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