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Weltcupfinale La Bresse

Finale? Schaut man in den Duden, dann findet man dort: “einen besonderen Höhepunkt darstellender, glanzvoller Abschluss von etwas”. Voraussetzung ist also, dass vor dem Finale schon etwas war, das man abschließt. In diesem Fall die Weltcupsaison mit 5 Worldcup-Rennen, von denen ich 4 verletzungsbedingt verpasst habe. Und auch das Auftaktrennen in Südafrika war mit Platz 68. zum Vergessen.

Kein Finale sondern Auftakt

Also war es für mich eher ein Auftakt und weniger ein Finale. Bleiben aus der Definition des Dudens noch besonderer Höhepunkt und glanzvoll. Besonderer Höhepunkt war La Bresse in jedem Fall. Neben Albstadt und Nove Mesto gibt es noch einen dritten Ort, wo die Fans das Fahren für uns Fahrer zum Höhepunkt machen. Dicht an dicht standen Tausende Fans an der Strecke und schrien sich bei jedem Fahrer die Lunge aus dem Leib. Sensationell!!!

Crazy course, crazy crowd

Strecke super, aber…

Die Strecke? Toll angelegt! Zuschauerfreundlich und mit vielen Höhenmetern echt hart. Technisch schwer zu fahren. Durch den strömenden Regen am Samstag leider aber auch in Teilen, die im Wald lagen, nur zu Fuß zu bewältigen. Dass dies für mich kein Vorteil war, wisst Ihr sicher. Der Bänderriss, den ich mir vor dem Weltcup in Albstadt zugezogen hatten, wirkt hier noch zu sehr nach.

Glanzvoll? Nicht ganz toll…

Wenn mit jemand vor dem Rennen gesagt hätte, du wirst 36. hätte ich gesagt: “Passt, liegt im Rahmen der Möglichkeiten”. Nach dem Rennen muss ich gestehen, dass ich mit dem 36. Platz nicht ganz zufrieden bin. Wie es dazu kam? Lest selbst…

Super Start!

Viel ist nicht mehr hinter mir am Start…

 

Aufgrund der bisher fehlenden Ergebnisse (siehe oben) startete ich mit Startnummer 65 von ziemlich weit hinten. Die Startrunde war aber im Gegensatz zu anderen Strecken gut konzipiert, steil und breit und so konnte ich mit viel Power fast 40 Plätze gut machen. Das Tempo, das gefahren wurde, konnte ich gut halten und etablierte mich zwischen Platz 25 und 30. Im Laufstück ließ ich immer ein paar Federn (siehe oben), in den Anstiegen machte ich den verlorenen Boden aber immer wieder gut.

Uphillpower

Letzte Runde doppelt platt

So schien alles auf meine erste Top 30-Platzierung im Elite-Weltcup hinauszulaufen, bis es zweimal zischte. Im Kampf um die beste Linie in der Abfahrt, erwischte ich ich eine scharfe Steinkante, die mir Vorder- und Hinterrad aufschlitzte. Zum Glück passierte das unmittelbar vor der Techzone. Uns Chefmechaniker, Martin Welz, lieferte eine absolute Weltklasseleistung ab und nicht mal eine Minute nach dem Malheur fuhr ich schon wieder weiter.

Kurz vor dem Defekt

 

Am Ende zufrieden

Leider ist die Leistungsdichte im Weltcup so hoch, dass auch ein kurzer Stopp in der Box zahlreiche Plätze kostet. Jenseits von Platz 40 nahm ich das Rennen wieder auf, sammelte in der eltzten halben Runde aber noch 5 oder 6 Fahrer ein, und kam so auf Platz 36 ins Ziel. Nicht glanzvoll, aber solide. Eine gute Ausgangsbasis. Aufgrund des harten Trainings in der Vorwoche hatte ich sicher nicht die besten Beine, aber ich weiß auf jeden Fall, dass ich das Tempo unter den 30 besten der Welt mitgehen kann.

Ausblick auf die WM

Ein gutes Gefühl nehem ich also mit. Ich gönne mir noch ein oder zwei Ruhetage und werde mich dann noch intensiv auf die WM in 14 Tagen in Lenzerheide (CH) vorbereiten. Dazu zählt auch die Teilnahme an einem Rennen der höchsten Kategorie “HC” in Basel am kommenden Wochenende. Drückt mir die Daumen, dass dort alles gut läuft, damit ich dann eine Woch später mit Topform bei der WM am Start stehe.

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