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Weltcupfinale La Bresse – never give up!

Nach meiner guten EM habe ich mich direkt weiter auf das Weltcupfinale in La Bresse und auf die WM in Lenzerheide vorbereitet. WM in Lenzerheide? Ach ja, hatte ich fast vergessen euch zu erzählen: Ich werde in zwei Wochen bei den Cross-Country-Weltmeisterschaften in der Lenzerheide (SUI) den Adler auf der Brust tragen. Das ist meine zweite Elite-WM im zweiten Elitejahr und ich wünsche mir sehr, dass noch einige folgen werden. Damit hab ich nach meinen Bänderriss in Albstadt und meiner Schienenbeinverletzung in Houffalize und Val di Sole gar nicht mehr gerechnet und es macht mich stolz jetzt doch wieder dazuzugehören. Aber der Reihe nach. Erstmal ging es beim Weltcupfinale in La Bresse darum, meine gute Form auf die Strecke zu bringen und an die EM anzuknüpfen. 

Die neue Strecke in La Bresse war durch die regenreiche Tage vor dem Rennen ordentlich aufgeweicht und an einigen Stellen sehr rutschig, trotz des sonnigen Renntages. Es war von Anfang an klar, dass der Start sehr wichtig sein würde, um ein gutes Rennen fahren zu können. In der Startloop ging es einmal den Skihang hoch. Dort war es sehr steil und brutal hart, zwei Gegebenheiten, die mir durchaus entgegen kamen. Ich erwischte von meinem subjektiven Empfinden her keinen besonders guten Tag. Ich habe mich die Tage vor dem Rennen nicht optimal gefühlt und litt ein wenig unter den niedrigen Temperaturen und dem Regen. Insofern ging ich nicht mit den besten Erwartungen in das Weltcupfinale, wollte jedoch trotzdem wissen wofür so ein „schlechter Tag“ gut sein kann. Ich erwischte einen sehr guten Start und konnte mich am Skihang immer weiter nach vorne schieben. Dort sortierte ich mich um Platz 25 ein und wusste, dass das der beste Start seit meinem ersten Eliteweltcup in Nove Mesto 2017 war. Leider war der obere Teil der Strecke so sehr durch den Regen und die vorherigen Rennen aufgeweicht, dass er unfahrbar war und alle Fahrer laufen mussten. Aufgrund meines Bänderrisses konnte ich dort noch nicht „all-in“ gehen und verlor im Laufen in jeder Runde wertvolle Sekunden und manchmal auch den einen oder anderen Platz. Dennoch kämpfte ich mich Runde für Runde wieder an die Top 25 ran. In der zweiten von sieben Runden konnte ich am Berg sogar noch eine weitere Gruppe überholen, sodass ich auf Platz 22 lag. Leider stürzte ich in der Folge leicht und verlor diese Gruppe dadurch wieder. Zum Glück ist dabei nichts passiert. Durch den Sturz lag ich in den nächsten Runden immer zwischen Platz 31 und 26, was meinem Ziel der Top 30 entsprach. In dieser Rennphase durfte ich mich mit großen Namen wie Jaroslav Kulhavy und Stephan Tempier messen und es war wirklich ein super schönes Gefühl mit den Jungs um die Wette zu fahren. Am Berg fühlte ich mich sogar stärker, jedoch verlor ich häufig meinen Rhythmus durch diese für mich extrem blöden Laufpassagen.

14, Tempier, Stephane, Bianchi Countervail, , FRA
65, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

 

In der letzten Runde holte ich an den beiden langen Bergen nochmal alles aus mir heraus und setzte mich auf Platz 26 fest. Die Top 25 vor Augen fuhr ich nochmal etwas schneller und war umso enttäuschter, als ich im Steinfeld auf einmal ein lautes Zischen aus meinen Reifen hörte. Ich merkte, dass gleich beide Reifen platt waren. Zum Glück war die Techzone nicht weit weg. Ich lief so schnell ich konnte bis zu unserem Mechaniker. Der machte einen super Job und wechselte beide Reifen in ca. 1 min. Nach dem Wechsel lag ich leider nur noch auf dem 40. Platz. Dennoch wollte ich auf dem letzten Kilometer wieder so viele Plätze wie möglich gut machen und vor allem auch noch zweitbester Deutscher werden. Ich dachte an Jolandas Rennen vom Mittag und ganz nach dem Motto “never give up” investierte ich nochmal alles und konnte mich dadurch noch auf Platz 36 und auch an Georg vorbei schieben. Damit war La Bresse mein zweitbester Weltcup ever und das trotz eines schlechten Tages, einem Sturz und einem kuriosen Doppelplatten. Ich freue mich sehr, dass meine Form nach den vielen Rückschlägen in dieser Saison jetzt endlich stabil ist und ich der Weltspitze immer näher komme. Gestern war es enorm wichtig, dass ich so ein tolles Material fahren darf und vor allem auch ausreichend Material zur Verfügung habe. Viele Teams hatten Schwierigkeiten die vielen Platten mit ausreichend Laufrädern abzudecken. Das Problem hatte ich dank Mavic und Maxxis natürlich nicht. Vielen Dank dafür! Ein großes Lob geht auch an das Team vom BDR in der Feed- und Techzone. Durch das schnelle Wechseln beider Laufräder konnte ich das Rennen doch noch auf einem versöhnlichen Platz beenden. Muchas Gracias!

65, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

 

Jetzt geht es voll motiviert in das Saisonfinale. Ich werde am nächsten Wochenende das HC-Rennen in Basel als letzte intensive Einheit vor der WM nutzen, um dann in Lenzerheide ein optimales Rennen abzuliefern. Danach kommen noch die beiden Bundesligafinalrennen und Anfang Oktober werde ich meine Saison beenden wie sie angefangen hat – mit einem Stagerace zusammen mit Anton Sintsov. Drückt mir die Daumen für die turbulenten letzten Wochen der Saison! Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden!

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