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Weltcup Cairns – Top Ten MTBen

Nachdem für mich die Wettkampfsaison im Cross Country vor zwei Wochen mit einem nicht zufriedenstellenden 17. Platz beim Bundesligarennen in Bad Säckingen begann, stand nun schon der erste Höhepunkt der noch jungen Saison mit dem Weltcup im australischen Cairns bereit und winkte mir zu. Auf dieses Rennen freute ich mich bereits seit Oktober des letzten Jahres als für mich die Vorbereitungsphase begann und relativ schnell feststand, dass ich mich für diese lange und sicher auch anstrengende Reise entscheiden würde. Genau zwei Wochen vor der Europameisterschaft und 4 bzw. 5 Wochen vor dem Doppelweltcupwochenende in Albstadt und La Bresse lag der Weltcup Auftakt genau in der Vorbereitungsphase auf die weiteren Höhepunkte. Dementsprechend war mir klar, dass einige ungewisse Risikofaktoren auf mich zukommen würden. So sind zunächst meine sicherlich noch nicht optimale Form und die Tatsache, dass jeder einzelne Trainingstag im Moment sehr wichtig ist, zu nennen. 5 Wochen ist es her, dass ich die H1N1-Viren (Schweinegrippe) besiegt habe. Und erset jetzt bin ich in der Phase, in der ich zum ersten Mal in diesem Jahr wieder an so etwas wie Formaufbau denken kann; leider eben mit 5 Wochen Verzögerung…

Dennoch war ich mir sicher, dass meine aktuelle Verfassung ausreicht, um in Australien mein neu formuliertes Ziel Top 16 zu erreichen. Top 16 im Weltcup ist deswegen so wichtig, da die ersten 16 der Weltcup-Gesamtwertung in den ersten beiden Startreihen der Folgerennen stehen. Top 16 heißt also auf jeden Fall in Albstadt beim zweiten Weltcup 2016 eine gute Ausgangsposition zu haben.

Ein weiterer Faktor, den man sicher nicht unterschätzen darf, ist die 35 stündige Reise nach Australien und die daraus resultierenden Travelproblems a la Jetlag, Reisemüdigkeit usw. Ich habe zwar schon im letzten Jahr mit dem USA/Kanadatrip Erfahrungen in Sachen Langstreckenflüge sammeln können. Nur ging es diesmal genau in die andere Richtung – 8h vor. Damit nicht genug. Die australische Touristenmetropole Cairns liegt im Tropical Queensland, was sich den Zusatz „tropical“ definitiv verdient hat. 26-32 Grad Celsius und eine fast 100 prozentige Luftfeuchtigkeit sind extreme Bedingungen um Rennen zu fahren. Hitze macht mir normalerweise gar nichts aus und mit der Luftfeuchtigkeit habe ich bisher keine Erfahrungen gesammelt. Lange Rede kurzer Sinn: Ich liebe das Wetter. Generell fahre ich sehr gerne bei warmen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit führte darüber hinaus noch dazu, dass ich weitaus besser Luft bekam als z.B. im sehr trockenen Südafrika. Der Jetlag hat sich zwar am ersten Tag mal kurz gemeldet, wurde von mir dann aber freundlich zur Tür begleitet und meines Grundstücks verwiesen – No Problemo.

So war ich bereits am Tag nach der Anreise vollständig akklimatisiert, zumindest gefühlt, und konnte sofort loslegen. Loslegen womit, fragt sich der eine oder andere vielleicht? Ich hab in Absprache mit meinem Coach die Entscheidung getroffen, den 2 wöchigen Aufenthalt in Australien nochmal als Trainingslager zu nutzen und das Weltcup-Rennen einfach aus dem Training mitzunehmen. Dies hat im Nachhinein auch hervorragend funktioniert. Ich konnte super trainieren und stand nach 2 Wochen harten Intervalltrainings, aber auch touristischer Highlights wie einem Schnorchelausflug zum Great Barrier Reef Sonntag morgen um 9 Uhr hochmotiviert am Start des ersten U23 Weltcups 2016. Startplatz 11, zweite Reihe und hoffnungsfroh. Ich wusste zwar, dass ich mein ursprüngliches Ziel das Podium der ersten 5 Fahrer zu erreichen, wahrscheinlich nicht ganz packen würde, aber schlecht war ich sicher auch nicht drauf.

Pünktlich um Neun ging es dann auf die überragende Strecke. Ich erwischte keinen besonders guten Start und reihte mich zunächst irgendwo in der Top 20 ein. Kein Wunder, hatte ich bisher auch kaum eine Gelegenheit, die nötige Intensität in mein Training zu bringen, um am Anfang mit den Besten der Welt gleich mitfahren zu können. Dieser nicht optimale Start war auch die Antwort darauf, warum ich am Ende nicht noch weiter vorne gelandet bin. Die Strecke mitten durch den Dschungel Australiens war zwar super flowig zu fahren und machte uns Fahrern wirklich Spaß, das einzige was aber fehlt sind gute Möglichkeiten zum Überholen.

Mehr als eine halbe Runde hing ich so nach dem Start hinter einem langsamen Fahrer fahren fest und „meine“ Gruppe der Fahrer von 5 – 9 war leider ohne mich weg. So lief es ähnlich wie in Bad Säckingen wieder auf eine Aufholjagd hinaus. Nur diesmal wollte ich ein bisschen eher damit anfangen als in der letzten Runde. Gelang mir auch: Runde 4 von 6 auf einmal oben am höchsten Punkt 4 Fahrer vor mir, vielleicht 4 Sekunden. Ich riskierte viel und versuchte im folgenden Downhill die Lücke zu schließen. Leider fehlten unten ein paar Meter, so dass die Gruppe weiter ohne mich fuhr. Gerade im flachen Teil der Strecke rund um Start und Ziel erwies sich das als echter Nachteil. Trotzdem stand am Ende dieser Runde eine drittbeste Rundenzeit overall zu Buche, was zeigt, dass ich das nötige Tempo hinten raus schon wieder habe.

Obwohl es am Ende relativ knapp war und ich eine Platzierung unter den besten 6 verpasste, war ich mit meinem 10. Platz zufrieden. Auf diesem lässt sich jetzt in Richtung EM, Albstadt und La Bresse aufbauen. Ich bin mir sicher, dass ich dort dann meinem Ziel mal ganz oben beim Weltcup zu stehen wieder einen Schritt näherkomme.

Mein großer Dank geht an alle meine Sponsoren v.a. die Firma Bergamont, ohne die dieser unvergessliche Trip nicht möglich gewesen wäre.

Und hier die Fotos aus Australien (by egopromotion):

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