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Vollgas in Solingen – erster Sieg 2018

Die Rennen der letzten Wochen kommen immer näher an meine kleine Wohnung in Essen-Steele. War es nach Beringen schon keine Weltreise, verringerte sich der Reisestress in der letzten Woche mit dem Rennen in Saalhausen nochmal um ein Vielfaches, damit ich dann jetzt quasi vor der Haustür Rennen fahren kann. In Solingen war ich bestimmt schon 15 Mal in meiner aktiven Radsportlerzeit am Start. Ich bin dort Jugendrennen in den Klassen U11 – U19 gefahren und war auch in den letzten Jahren immer wieder am Halfeshof. Durch den internationalen UCI C3 Status entwickelte sich in dort in den letzten Jahren ein attraktives Rennen, bei welchem wir in 2018 mit ca. 70 Teilnehmern in der Hauptklasse am Start standen – für NRW eine wahnsinnig hohe Anzahl. Dafür erstmal ein großes Lob an alle Helferinnen und Helfer des Velo Solingen! Ihr macht seit Jahren einen super Job und habt direkt an der Wupper eine der schönste Strecken in Deutschland zu bieten. Zwar ist der Kurs etwas “old-scool” mit einem langen Downhill und einem langen Anstieg, dennoch habt ihr aus den Gegebenheiten, die wir hier in NRW vorfinden, das Beste gemacht und zeigt, dass das bergische Land sowie das Ruhrgebiet viel mehr zu bieten haben als nur Messer und Kohle.

Zum Sportlichen: Nach meinem Sieg im letzten Jahr hatte ich mir für diese Saison natürlich das Gleiche vorgenommen. Mit Pierre de Froidment wartete auf mich ein harter Brocken. Pierre hat drei schwierige Jahre hinter sich und schafft es jetzt gerade in der U23 in die Weltklasse. Er war Fünfter beim U23-Weltcup in Stellenbosch und hat das 3-Nations-Cup-Rennen in Beringen mit einem großen Vorsprung gewonnen – dort wo ich noch auf Platz 4 gestanden habe. Es war also alles andere als selbstverständlich, dass ich als Favorit auf den Sieg ins Rennen ging. Pierre erwischte den besseren Start. Im langen Downhill war ich nur auf Platz 3, so dass ich zu Beginn des langen Berges eine Lücke schließen musste. Ich investierte gleich sehr viel, um Pierre direkt zu zeigen, dass mit mir auf einer meiner Lieblingsstrecken nicht zu spaßen ist. Ich schloss die Lücke und ging sogar direkt an ihm vorbei. Daraufhin merkte ich gleich, dass es um einiges besser gehen würde, als es noch in den letzten Wochen ging. Ich war endlich wieder in der Lage in meinen Modus zu gehen und den Motor auf Hochtouren laufen zu lassen. Was folgte war eine Attacke nach der anderen. Ich attackierte in jeder Runde am langen Berg und zog meine Sprints immer länger durch bis ich schließlich merkte, wie Pierre Probleme bekam. Eingangs der fünften Runde merkte ich, dass Pierre einen Kettenklemmer hatte und von da an war klar, dass, wenn ich den nächsten Berg Vollgas hoch fahren würde, das Rennen entschieden sein würde. Genauso kam es dann auch. Ich konnte meinen Vorsprung Runde für Runde ausbauen. Durch einige Unfälle im unteren Teil des Downhills fuhren wir eine verkürzte und entschärfte Schleife auf den letzten drei Runden. Dadurch fehlte ein großer Teil des Berges, an dem ich meine Vorteile ausspielen konnte. Auch das bremste mich nicht wirklich, sondern sorgte nur dafür, dass ich noch schneller fuhr, um das Ding bei meinem Heimrennen nach Hause zu fahren. Am Ende stand ich mit über 2 Minuten Vorsprung ganz oben auf dem Treppchen. Mit meinem Fastlane-Fully habe ich für die Strecke in Solingen eine eher unkonventionelle Wahl getroffen, da ich sonst die Jahre immer auf mein Hardtail zurückgegriffen habe. Auch diese Entscheidung stellte sich als wahrer Glücksgriff heraus. Auf dem langen Downhill konnte ich es so noch mehr laufen lassen und hatte durch den Lockout auf Dämpfer und Gabel überhaupt keine Probleme bergauf. Wieder mal ein Zeichen dafür, dass man mit den Bergamont-Bikes nichts falsch machen kann!

Ich wünsche allen verunglückten Fahrern vom Wochenende alles Gute und eine gute Besserung! Solche Unfälle gehören, wie auch ich schon am eigenen Leib erfahren musste, leider zum Rennen dazu, allerdings hofft man natürlich immer, dass sie ausbleiben. Ich drücke euch alle Daumen, dass es nicht allzu schlimm ist und ihr schnell wieder auf dem Bike sitzt!

Nächste Woche geht es gleich weiter mit dem HC Rennen in Heubach! Ich freue mich sehr darauf!

 

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