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Vollgas beim Volcat

Volcat

Always Vollgas beim Volcat

Als Fahrer im Bergamont Factory Racing Team kommt man rum. So begann die Saison 2015 für mich mit einem dreitägigen MTB-Etappenrennen in Barcelona. Aufgrund des S2-Status des Radsportweltverbandes UCI war das Rennen mit zahlreichen Weltcupfahrer aus Frankreich, Spanien, Portugal sowie Belgien stark besetzt.  Wir hatten drei Etappen bei herrlichstem Wetter in der schönen Landschaft rund um Barcelona zu absolvieren. Aufgrund der teilweise extremen Anstiege in den zahlreichen Höhenmeter und dem hohen Tempo auf den einzelnen Etappen hatte ich allerdings keine Zeit, um diese tolle Landschaft auch gebührend zu genießen.

Die Auftaktsetappe startete im katalanischen Badeort Vilanova il a Geltru und führte uns über eine 55km Runde mit 1.500hm wieder zum Start zurück. Ich wollte von vornherein versuchen, vorne mitzufahren; schließlich bin bin ohne größere Schwierigkeiten über den Winter gekommen und war mit meinem Training bisher sehr zufrieden.  Es wurde vom Start weg ein sehr schnelles Rennen. Bereits nach 15 km bildete sich eine 15 Mann starke Spitzengruppe, in der auch ich vertreten war. Nach gut der Hälfte des Rennens setzte sich der spätere Sieger Tiago Ferreira aus Portugal ab und wir versuchten den Abstand nicht zu grß werden zu lassen. In der entscheidenden Phase der Zielankunft behielt ich die Nerven und konnte mir im Sprint der Verfolger den 4. Platz sichern.

Fazit der ersten Etappe: Ich fühlte mich die ganze Zeit gut und war mir am Berg sicher, dass ich das hohe Tempo der Franzosen und Belgier halten kann. Am Ende hatte ich ein gutes Auge und noch die nötige Power um die Top 5 zu sichern. Ich hoffte, dass es am nächsten Tag auf der Königsetappe auch so gut laufen würde.

Nach diesem erfolgreichen Start war die Motivation für die zweite, die Königsetappe des Volcat, natürlich umso größer. Diese sollte sich für uns Fahrer im Vergleich mit der Ersten als ungleich härter erweisen. Erneut erwischte ich einen guten Start und befand mich nach den ersten Bergen und Downhills erneut in der Spitzengruppe. Wieder war es der Portugiese Feirrera, der das Tempo am Berg forcierte und dafür sorgte, dass sich die Spitzengruppe immer weiter verkleinerte. Nur ein anderer Fahrer hatte den Mut dem Portugiesen zu folgen, ich wollte auf Nummer sicher gehen und blieb in einer dreiköpfigen Verfolgergruppe, die nach 55 von 85 zu fahrenden km schon 3 Minuten Vorsprung vor den nächsten Verfolgern hatte. Im anschließenden Downhill erwischte es mich allerdings. Ein Stein hatte meinen Hinterreifen seitlich 10 cm aufgeschlitzt. Eine Reparatur war leider nicht möglich, so dass ich die 15km bis in die technische Zone auf der Felge fahren bzw. laufen musste. Zwar konnte ich das Rennen nach einem Hinterradwechsel in der Techzone das Rennen noch beenden, doch hatte ich durch den Defekt insgesamt ca. 40 min auf meine Konkurrenz im Gesamtklassement verloren. Das Ziel einer Top 10 Platzierung in der Gesamtwertung war dadurch in unerreichbare Ferne gerückt.

Fazit der zweiten Etappe: Sch…..

Die letzte Etappe in Igualada war die kürzeste der drei zu absolvierenden. Sie ging über 42km, beinhaltete aber einige extrem steile Anstiege und technisch schwierige Abfahrten. Sie kam den Cross-Country-Spezialisten aus dem Weltcupzirkus, zu denen ich mich auch zähle, entgegen. Das Tempo war von Anfang an noch höher als an den Tagen zuvor. Angepeitscht von der Enttäuschung des letzten Tages bestimmte ich bergauf und bergab das Tempo mit und versuchte immer wieder meine Power am Berg auszuspielen. Diese diversen Tempowechsel sorgten am Ende dafür, dass nur neun Fahrer in einer Spitzengruppe das Ziel gemeinsam erreichten. Selbst den im Gesamtklassement führenden zweimaligen Etappensieger, Tiago Ferreira, hatten wir distanziert. Ich lag nach einem beherzten Angriff auf der letzten technischen Abfahrt auf dem dritten Rang, als ich an einer schwierigen Stelle etws zu viel riskierte. Ein kleiner Fahrfehler kostete mich meinen Vorsprung, doch im Zielsprint schob ich mich noch zu einem mehr als passablen 7. Tagesrang, welcher gleichzeitig auch den Sieg in der U23-Wertung bedeutete.

Fazit der dritten Etappe: Trotz der Vorbelastung super Beine gehabt und die U23-Wertung gewonnen. Ein versönlicher Abschluss.

Gemeinsam mit mir war übrigens Florian Kortüm vom Team GT YellowWings unterwegs. Flo kämfte auf allen Etappen super und holte sich am Ende verdient Platz 5 in der U23-Wertung. Tolle Leistung, Bro!

 

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