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Schwarzer Tag im Schwarzwald

Ich hatte mir viel vorgenommen für das Bundesligafinale in Titisee-Neustadt- Wenn man als Gesamtführender anreist und die letzten beiden Bundesligarennen in Folge gewonnen hat, dann hat man logischerweise auch Ambitionen den Gesamtsieg zu holen. Ich wollte ein letztes Mal in diesem Jahr beweisen, dass mit mir in den nächsten Jahren auf jeden Fall zu rechnen ist und ich eine große Rolle spielen werde. Das ist mir leider nicht gelungen; Atemprobleme von Beginn an und ein ziemlich heftiger Sturz in der vorletzten Runde zwangen mich letztendlich zum Aufgeben.

Ich habe mich im Vorfeld total auf das Duell mit Stiebi gefreut. Stiebi war für mich in Bezug auf seine Entwicklung, aber vor allem auch in Bezug auf seine mentale Stärke immer ein Vorbild. Ich mag ihn sehr und bin froh, dass wir uns trotz des Konkurrenzkampfes so gut verstehen.
Hinzu kam auch noch, dass Stiebi aus der Gegend kommt und die Strecke in Neustadt quasi entworfen und gebaut hat. Hier muss man ihn wirklich loben. Er hat eine super Strecke in den Wald gebastelt und sorgte mit großangelegter Werbung dafür, dass trotz des wirklich schlechten Wetters jede Menge Zuschauer an der Strecke waren. Danke Simon, dass du dich so um unseren Sport bemühst! Du bist einer der Gründe, warum man MTB in Deutschland einfach lieben muss!

29, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

29, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

Meine Ambitionen auf den Gesamtsieg musste ich schon am Samstag ad Acta legen. Ich fühlte mich schon dort nicht besonders gut und habe mich deswegen entschlossen auf den Sprint zu verzichten. Da Stiebi bereits hier seine Allround-Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatte und Zweiter wurde, hätte ich am Sonntag einen Rückstand von 36 Punkten aufholen müssen. Trotzdem wollte ich nicht aufstecken, es ging ja mindestens noch um einen Platz auf dem Podium.

Am Sonntag war es dann zunächst mal ein tolles Gefühl trotz des Regens mit den ganzen großen Namen am Start zu stehen. Für mich als U23-Fahrer ist das echt was Besonderes, auch wenn ich weiß, dass das in den nächsten Jahren wohl häufiger der Fall sein wird.
Ich merkte leider bereits nach dem Start, dass ich heute wieder mit Atemproblemen zu kämpfen haben werde. Das hatte mich in diesem Jahr bereits bei der DM gebremst. Trotzdem wusste ich auch aus Ortenberg, dass es am Anfang durchaus mal schlecht laufen kann und dennoch ein gutes Ergebnis herauskommen kann. Deswegen wollte ich nicht gleich aufgeben, sondern fuhr ein sehr moderates Tempo. Leider dauerte es drei Runden bis es etwas besser ging und ich endlich den Vorwärtsgang gefunden hatte. Ich überholte innerhalb einer Runde gleich 5 andere Fahrer und befand mich nun wieder in der Top 12 und war nur ca. 40 Sekunden hinter der Top 10. So kämpfte ich weiter und hatte endlich wieder so etwas wie Spaß in diesem Rennen. Leider habe ich es, dann in der vorletzten Runde wohl etwas übertrieben. An der steilsten Stelle der Strecke stürzte ich böse und krachte mit der rechten Seite in einen Zaun. Dabei verletzte ich mir meinen rechten Arm und meine rechte Hand. Zum Glück erwies sich der Verdacht auf einen gebrochenen Unterarm als falsch. Eine starke Prellung und einige Schnittwunden an der Hand sind trotzdem zu viel gewesen um das Rennen noch zu beenden.

<169< 29, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER 35, Bauer, Markus, Kreidler, SV Kirchzarten, GER 25, Guerrini, Marcel, Focus XC Team, , SUI

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29, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER
35, Bauer, Markus, Kreidler, SV Kirchzarten, GER
25, Guerrini, Marcel, Focus XC Team, , SUI

Leider wurde mein harter Fight ab Runde 3 nicht mehr mit einem einigermaßen passablen Ergebnis belohnt. Unterkriegen lasse ich mich von so einem gebrauchten Tag aber sowieso nicht. Ich weiß, dass ich noch jede Menge Chancen in den nächsten Jahren erhalten werde, um zu zeigen wozu ich in der Lage bin. Bis dahin werde ich aus solchen Rennen die richtigen Schlüsse ziehen und weiter an mir arbeiten – wie immer.

Ich gratuliere Stiebi ganz herzlich zum Heimsieg und zum Gesamtsieg in der Bundesliga. Ich bin trotzdem froh ein Teil der Story gewesen zu sein.

Ich werde nun schauen, ob ich am Donnerstag noch in der Türkei starten kann. Dort wartet in Alanya das letzte internationale Rennen der Saison. Auf Facebook und Instagram werde ich euch aber auf dem Laufenden halten, ob und wie ich dort fahre. Also stay tuned und bis die Tage.

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