AllgemeinXCO

Schadlos in Schopp

Es ist vollbracht! Endlich lief es bei einem internationalen Rennen rund; endlich passten Form und Material; endlich habe ich ein Bundesliga-Rennen gewonnen. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie ich mich freue.

Letzte Woche bei der Deutschen Meisterschaft war ich noch noch der Pechvogel, der mit Kettenriss ausschied, heute der strahlende Sieger. Die Strecke in Schopp war eines Bundesliga-Rennen absolut würdig. Harte Anstiege wechselten sich mit schnellen Downhills ab,  wir hatten kaum Zeit, uns auszuruhen. Einzig auf der altehrwürdigen Radrennbahn konnten wir Fahrer kurz verschnaufen. Mir war schon beim Abfahren der Runde klar, dass es hart würde, aber hart liegt mir eigentlich. Außerdem schien es mir die richtige Taktik zu sein, am Anfang des Rennens nicht zu überziehen und erst mal zu schauen, wie sich alles entwickelt. Ich hatte noch gar nicht angefangen zu schauen, als sich ausgangs der Einführungsrunde vor mir ein Massensturz ereignete, in den ich zwar nicht verwickelt wurde, aber dennoch musste ich kurz anhalten, um nicht zu stürzen. Dadurch fiel ich bis auf Platz 14 zurück und hatte schon nach wenigen Minuten eine Lücke auf die Spitze. Ich beschloss, dennoch ruhig zu bleiben, nicht auf “Teufel komm raus” den Rückstand aufzufahren, doch überraschenderweise gelang es mir relativ locker noch in der ersten Runde in den Steilanstiegen nach vorne aufzuschließen. Gemeinsam mit Louis Wolf (MHW Cube) fuhr ich an der Spitze des Feldes, wobei wir das Tempo auch weiterhin dosierten. So gelang es Martin Frey (Team Bulls) und Philipp Bertsch (MHW Cube) in der zweiten Runde zu uns nach vorne zu kommen. Die Gruppe harmonierte einigermaßen, doch zur Hälfte des Rennens schien mir das Tempo dann doch zu niedrig. Ich zog an, auch um meine Gegener zu testen, doch sofort tat sich eine Lücke auf. Den so erreichten Vorsprung vor Phillip Bertsch vergrößerte ich in den letzten beiden der 6 zu fahrenden Runden kontinuierlich, wobei ich nicht nur schnell sondern vor allem auch sicher fuhr. Keinesfalls wollte ich noch einen technischen Defekt riskieren. Souverän ging es Richtung Ziel und die Einfahrt in das Radstadion in Schopp war für mich besonders emotional. Alfons Benz, der heute mal nicht als Fotograf sondern als Streckensprecher im Einsatz war, verkündete meinen Sieg. Alfons und ich kennen uns nun schon seit der U15-Klasse und in der Zeit hat sich ein wirklich herzliches Verhältnis zu ihm entwickelt. An seiner Stimmfärbung merkte ich, dass auch er sich sehr für mich gefreut hat. Alfons, Du solltest viel öfter als Sprecher im Einsatz sein. Mit Dir als Maskottchen scheint auch nichts schief zu gehen. So, jetzt werde ich meinen allerersten Bundesligasieg kurz feiern und hoffe, dass unsere Fußballer heute Abend im Finale gegen Argentinien nachziehen. (UPDATE: Deutschland ist Weltmeister, wie geil ist das denn?) . Morgen geht es dann weiter mit der Vorbereitung auf meine Jura-Klausuren, die in den nächsten Wochen anstehen. Sportlich werde ich jetzt die Disziplin wechseln. Ich sattle vorübergehend auf das Rennrad um und werde am nächsten Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft Berg starten. Drückt mir die Daumen, dass es dort auch so gut läuft.

Menü