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Lachend zurück aus Lenzerheide

Achterbahn mit Riesenfunfaktor; so kann man die neu gebaute Weltcup-Strecke im Bikeparadies Lenzerheide wohl am besten beschreiben. Die Strecke hat mir einen solchen Spaß gemacht, wie kaum eine andere bisher. Kurze, knackige Anstiege, flowige Abfahrten und spektakuläre Sprünge -> Bikerherz was willst Du mehr…

Für mich war es auch eine Achterbahnfahrt der Gefühle; nach der verpatzten Deutschen Meisterschaft, bei der ich mir durch eine Sturz eine Rippe gebrochen hatte, war zunächst noch nicht einmal klar, ob ich in Lenzerheide überhaupt starten konnte. Ich hatte die Woche vorher zwar locker trainieren können, ein Weltcuprennen ist aber doch noch etwas anderes. Zum Glück hat mich Thorsten Walter von Physio-Athletics in den Tagen seit der DM immer wieder gebogen, gelockert und getaped und dadurch den Start überhaupt erst möglich gemacht. Ihm gilt auch mein allererstes und größtes DANKE SCHÖN!

Meine Verletzung machte dann auch eine taktische Neuausrichtung notwendig. Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich gerne schnell starte. Auf einer Strecke wie in Lenzerheide, auf der überholen nicht immer leicht ist, ist das eigentlich ein Vorteil. Da ich mit meiner Rippe aber nicht sofort ans Limit gehen wollte, konzentrierte ich mich darauf, am Start erst einmal keine Plätze zu verlieren und vor allem nicht ins Getümmel zu geraten. Von Startplatz 29 nach der Startrunde auf Platz 27; Plan also aufgegangen, alles gut. Jetzt hieß es ruhig bleiben, denn an vielen Stellen entpuppten sich vermeintliche Überholmöglichkeiten als wurzelige und ruckelige Stücke, die ein Passieren der Fahrer auf der Idelallinie nur unter Einsatz einer großen Menge “Körner”  möglich machten. Und diese Körner brauchte ich später noch, denn die Temperaturen am heißesten Tag des Jahres näherten sich stetig der 40 Grad Marke an…

Ich fuhr also sicher, ruhig, aber in den entscheidenden technischen Passagen auch schnell und konnte so Platz um Platz nach vorne gut machen. Gerade in den schnell Wurzelpassagen hatte ich mit meinem Bergamont Fastlane Fully einen Riesenvorteil. Nahezu jede Bodenwelle und fast alle Schläge hielt mir das perfekt eingestellte Fahrwerk vom Leib und damit auch von meiner Rippe. Gleichzeitig fuhr das Rad wie auf Schienen genau auf der von mir vorgegebenen Linie. Besser geht´s nicht!  Zur Hälfte des Rennens war ich bereits in der Top15 angekommen, als sich meine Rippe das erste Mal meldete. Ich unterdrückte den Schmerz, versuchte so gut es geht weiter zu pushen und zu meiner Überraschung ging es trotz der zunehmenden Schmerzen noch weiter vor. In der vorletzten Runde überholte ich im Dual-Slalom, einem Streckenabschnitt, in dem zwei Fahrer gleichzeitg auf unterschiedlichen Linien unterwegs sein können, einen weiteren Fahrer und lag das erste Mal in den Top 10! Von hinten machte der Deutsche Meister, Georg Egger (Lexware Racing), mächtig Druck, gleichzeitig sah ich vor mir die Plätze 8 und 9 noch in Reichweite. Ich drehte noch mal auf und es gelang mir tatsächlich sogar noch Platz 9 zu erobern. Georg hatte ebenfalls ein starkes Finish und kam hinter mir auf Platz 10 ins Ziel. Damit waren wir auch die bestplatzierten deutschen Fahrer.

In meine Freude über diese kaum erwartete Hammerleistung mischte sich während der Interviews und Gratulationen im Ziel aber zunehmend ein starker Schmerz in meiner lädierten Seite. Jetzt wo das Rennen vorbei und damit auch der dauerhafte Adrenalinschub zu Ende war, gab mir mein Körper sehr genau Feedback in der Form von Schmerzen, dass er Ruhe braucht. Ich werde daher -Stand heute-, das Bundesliga-Rennen am kommenden Wochenende in Titisee-Neustadt auslassen und mich stattdessen auf die Europameisterschaft Ende Juli in Italien vorbereiten.

Das Ergebnis aus Lenzerheide hatte nämlich noch ein paar angenehme Nebeneffekte. Die Nominierungsnorm für die EM habe ich damit erfüllt, an der direkten Quali für die WM (Platz 8) bin ich zwar knapp vorbeigeschrappt, ich bin aber zuversichtlich, die notwendige zweite B-Norm bei den Übersee-Weltcups Anfang August in Kanada und USA holen zu können. Und auch in der Weltcup-Gesamtwertung bringt mich dieses Ergebnis nach vorne. Platz 16 und damit beim nächsten Weltcup in der zweiten Startreihe. Ihr seht also, was ein gutes Rennen alles ausmacht.

Damit hat sich auch meine Saisonplanung etwas verändert; wie es genau bei mir weitergeht könnt Ihr hier lesen: SAISON 2015

Nach einem so tollen Wochenende möchte ich auch noch einmal Danke an alle sagen, die mich unterstützen. In erster Linie natürlich bei meinem Team, der Bikeschmiede Bergamont aus Hamburg. Gemeinsam mit den Partnern Endura, SunRingle, Maxxis, Manitou, Answer und Panasonic stellt Ihr mir immer wieder perfektes Material zur Verfügung. Ich bin sehr stolz, bei Euch dabei sein zu dürfen. Auf dem perfekten Material bringe ich die Kraft auch perfekt auf die Piste, denn die Bikefitting-Experten von GEBIOMIZED haben die Räder für exakt und optimal für mich eingestellt. Zusätzlich bekomme ich von ihnen auch noch die perfekten Schuheinlagen.

Und hier noch die besten Bilder aus Lenzerheide/ alle FOTOS: Ego Promotion:

 

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