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Keine guten Beine in Rheine

„Alle Jahre wieder“ heißt es am ersten Dezemberwochenende in Rheine. Fast schon traditionell veranstaltet der Emsstern Rheine jährlich einen Weser-Ems-Cup-Lauf und gleichzeitig die Landesverbandsmeisterschaft NRW. Nach drei Siegen aus drei Rennen war mein erklärtes Ziel diese Serie fortzusetzen und auch in Rheine wieder zu gewinnen. Dabei zeigte sich die kleine Stadt im Münsterland zumindest wettermäßig von seiner bescheidenen Seite. Schneeregen, Graupel und lediglich ein Grad Celsius sind nicht gerade die Bedingungen, die ich liebe und mit denen ich mich anfreunden kann. Ich habe fast die gesamte Woche auf der Rolle oder im Fitnessstudio verbracht und war dementsprechend trotzdem froh, dass ich mal wieder draußen spielen durfte. Mit Yannick Gruner vom Stevens Cross Team wartete dieses Mal ein Cross-Spezialist als Gegner auf mich, gegen den ich schon häufiger in der U23 gefahren bin. Bei der deutschen Meisterschaft 2014 in Bayern z.B. wurde Yannick seinerzeit Dritter, während ich als Vierter folgte. Während ich damals noch ca. 1:30 min Rückstand hatte, sollte es in Rheine deutlich enger zugehen. Gleich vom Start weg machten wir beide ordentlich Tempo und waren bereits nach der ersten Runde alleine in Front. Yannick und ich wechselten ständig die Führung und keinem gelang es zunächst eine vernünftige Lücke zu reißen. Mal war er mit ein paar Sekunden Abstand auf der schlammigen Strecke vorne, mal ich wieder. Zur Mitte des Rennens konnte Yannick einen kleinen Fehler von mir im schlammigsten Teil der Strecke ausnutzen und eine Lücke von ca. 20 Sekunden herausfahren. Ich musste mich kurz sammeln und startete dann meine Aufholjagd. Begünstigt durch ein technisches Problem von Yannick fand ich mich zwei Runden vor Schluss auf einmal mit 20 Sekunden in Führung liegend und wollte dann in der vorletzten Runde so viel wie möglich zwischen Yannick und mich bringen. Voll am Limit fuhr ich etwas unsauber (haha Wortspiel) durch ein Schlammloch, so dass ich nur noch mit ca. 10 Sekunden Abstand in die letzte Runde ging. Dort versuchte ich alles und wusste, dass ich meine Chance an den Hürden nutzen muss. Ich sprang diese, jedoch gelang es mir nicht im anschließenden Stück genug Grip auf den sandigen und schlammigen Boden zu bekommen, so dass Yannick wieder dran war. Im letzten Schlammloch passierte mir dann noch ein unnötiger Fehler, der letztendlich wohl der eine Fehler zu viel war. Yannick konnte vorbeigehen und seiner letzten Attacke kurz vor dem Ziel konnte ich so leider nichts mehr entgegensetzen. Somit musste ich mich an diesem Wochenende mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Dennoch war es ein super spannendes Rennen und gerade für die Zuschauer schön anzusehen. Glückwunsch an Yannick, der wirklich stark gefahren ist, und Danke für die Show!

Für uns Fahrer ist es natürlich immer am einfachsten, wenn wir mit mehreren Minuten Vorsprung gewinnen können, allerdings sind solche Rennen wie in Rheine, die komplett außerhalb der Komfortzone verlaufen, sowohl ein gutes Training, als auch eine gute Show. In diesem Sinne bin ich trotz meiner ersten „Niederlage“ in diesem Jahr mehr als zufrieden mit dem Rennen.

Am Rande des Rennens war es mir außerdem eine Freude die zahlreichen Fotowünsche zu erfüllen. Ich finde es immer noch irgendwie surreal, dass jemand mit mir ein Foto machen möchte, freue mich aber sehr darüber und stehe sehr gerne dafür bereit. Wer also sich bisher noch nicht getraut hat zu fragen – kommt doch einfach auf mich zu! J Am übernächsten Wochenende werde ich das Finale des NRW-Cups in Pulheim fahren, bevor ich im Januar meine Cross-Zeit mit der DM beenden werde. Bleibt locker und genießt die Weihnachts- und Adventszeit bis dahin!

Euer Ben

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