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Kein Stress in La Bresse

Exakt eine Woche nach dem Albtraum von Albstadt fiel im französischen La Bresse der Startschuss vom dritten Weltcup der Saison. Ich hatte mich im Verlauf der Woche auf einfaches Grundlagentraining beschränkt und keine besondere Vorbereitung durchgeführt. Ich fühlte mich zwar besser, aber war natürlich durch den 37. Platz in Albstadt etwas verunsichert, ob ich in La Bresse wieder vorne mitfahren kann. Um´s kurz zu machen: Ich konnte wieder.

16, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

Anders als in Albstadt entschied ich mich mal wieder für mein vollgefedertes Fastlane-Team. Zum einen hatte dies bei einem so langen Downhill wie in La Bresse den ein oder anderen Vorteil gegenüber einem Hardtail, zum anderen macht es mit diesem Ding einfach Spaß. So fiel mir die Entscheidung für das Fastlane an diesem Wochenende relativ leicht.

Ziel für das Rennen war „Top ten again“ – Mission erfüllt würde ich sagen: 9. Platz. Klingt erstmal gut soweit. Es wäre aber sicherlich deutlich mehr drin gewesen. Bergauf habe ich diesmal bewusst nicht überzogen bzw. bin eher unter meinem Limit gefahren um sicher zu gehen. Dass das dann schon ausreichend war, um bergauf schneller als meine Mitstreiter im Kampf um Platz 5 zu fahren, war dann doch überraschend. Dennoch riskierte ich nichts und fuhr erstmal hinterher. In den letzten beiden Runden attackierte ich oben raus immer mal wieder, um meine Gegner u.a. Sebastian Fini Carstensen, Simon Andreassen und Andri Frischknecht zu testen. Ich war offenbar konditionell heute wieder in guter Verfassung, da ich bergauf nicht nur mithalten konnte, sondern auch die Positionskämpfe häufig für mich entschied. Ein wenig haderte ich mit den nassen Bedingungen, hervorgerufen durch starke Unwetter in der Nacht zuvor. Ich fuhr sicher und safe bergab, merkte jedoch, dass ich etwas zu langsam war. Leider war genau das am Ende auch der Grund, warum ich nicht auf Platz 7 finishte.16, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

Oben am letzten Berg war ich direkt an Fini und somit Rang 6 dran und Simon auf 5 war in Sichtweite. Eigentlich war der Abstand auf 8 und 9 auch groß genug um diesen ins Ziel zu retten. Leider hatte ich bergauf wohl etwas überzogen und musste bergab auf Nummer Sicher gehen. Die Folge war dann, dass ich sowohl die Attacke des hinter mir liegenden Franzosen, als auch die Attacke von Andri im letzten Teil des Downhills nicht mehr kontern konnte und so auf Rang Neun landete – zwar knapp geschlagen, aber was letztendlich zählt ist das Ergebnis. Dennoch war ich vor Maximilian Brandl, der ca. 1:15 min hinter mir auf einem starken 11. Rang das Ziel erreichte, bester Deutscher. Damit war ich zum wiederholten Male in den letzten Jahren der beste deutsche U23 Fahrer. Das geht selbst mir immer mal wieder durch, aber ich bin wirklich stolz, dass ich mich international dort so etablieren konnte (auch wenn immer mal wieder Ausrutscher passieren; siehe Albstadt). Was mich auch immer wieder beeindruckt, ist der Zusammenhalt unter uns Deutschen. Ich habe mich letzte Woche total über den siebten Platz von Georg Egger gefreut. Genauso habe ich mich heute für Max und Lukas Baum gefreut, aber auch andersrum gemerkt, dass sich alle anderen auch für mich freuen. Bei all dem Konkurrenzkampf ist das sicher nicht selbstverständlich. Um es mal locker zusammenzufassen: Kein Stress in La Bresse!

Ich habe mich somit (und mit meiner starken EM-Vorstellung) auch wieder mal für die WM qualifiziert und freue mich die deutschen Farben in Nove Mesto in 5 Wochen zu repräsentieren. Dort geht es Mittwoch mit dem Team Relay los und endet für uns U23 Fahrer am Samstag mit unserem Rennen. Bis dahin seht ihr mich jetzt vor allem auf vielen Grundlagenkilometern, aber auch am nächsten Sonntag in Solingen (XCE), darauf die Woche in Grafschaft (NRW-Cup XCO) und wieder eine Woche später beim Marathon in Erndtebrück. Ich freue mich jetzt schon auf ein paar ruhigere Wochen, in denen ich dann die nötige Kraft und Motivation für Nove Mesto schöpfen kann.

Danke an mein Team Bergamont und alle unsere Sponsoren. Wer den Trackcheck von La Bresse noch nicht gesehen hat, kann dies gerne auf der FB-Page von Magura nachholen. Magura rüstet uns mit der hervorragenden MT8 Scheibenbremse aus. Ich bin froh mich auf das Material so verlassen zu können und kann jedem nur wärmstens empfehlen, sich die Bremse mal anzusehen und auszuprobieren.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle noch ans Team vom Bike Park La Bresse, die mich vor Ort super unterstützt haben und vor allem im Rennen auch für die nötige Lautstärke rund um das Bergamont Zelt gesorgt haben.

16, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

16, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team

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