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Kein Glück in Lenzerheide

Irgendwie erinnerte ich mich letzten Mittwoch beim Training ein bisschen an 2014 vor der WM in Hafjel. Ich war gerade gestürzt und guckte auf mein blutendes und vor allem übel schmerzendes Knie herab. Eine wirklich coole Tour mit Martin Frey und Christian Pfäffle nahm für mich auf einem breiten Schotterweg ein jähes Ende. So ist das in den allermeisten Fällen. Man fährt monatelang unfallfrei über die gefährlichsten Weltcupstrecken und stürzt auf einem einfachen Schotterweg. Leider war es ein ziemlich grobschottiger Weg, so dass es nicht nur die üblichen Schürfwunden waren. Die Prellungen und Weichteilverletzungen gab es diesmal noch gratis dazu. Heute war es im Gegensatz zu 2014 das linke Knie. “Wird schon nicht so schlimm sein” dachte ich am Tag darauf, obwohl ich schon merkte, dass es bis zum Weltcup in Lenzerheide in drei Tagen sehr knapp werden würde. 
Ganz so schlimm wie bei der WM 2014, die ich durch die gleiche Verletzung am rechten Knie absagen musste, war es auch nicht, aber es reichte aus, dass ich sowohl den Donnerstag, als auch den Freitag nicht bzw. nicht richtig trainieren konnte. Dank der Hilfe unseres Physios Jörn, ging ich mal wieder komplett getaped ins Samstagtraining auf der wirklich sehr anspruchsvollen Strecke in Lenzerheide. Spaß hat es gemacht, mein Bein ging einigermaßen, so dass ich mich entschloss am nächsten Tag auf jeden Fall an den Start zu gehen und es zu versuchen.
Der Start, wie immer um 9:00 Uhr, gelang mir noch ganz gut soweit, so dass auf auf Platz 11 aus der ersten Runde kam. Jedoch merkte ich bereits hier, dass etwas nicht stimmt. Ich fand weder einen guten Rhythmus, noch konnte ich mein linkes Bein voll belasten. Das führte wiederum dazu, dass mich Fahrer um Fahrer überholten. Aufgeben gibt es für mich eigentlich nicht. Deswegen fuhr ich wie in Albstadt konstant weiter, um wenigstens zu kämpfen. Kurze Zeit später sah ich meinen Coach/Vater am Streckenrand, der mir signalisierte, dass ich besser raus gehen soll. Nach kurzem Grübeln und im Hinblick auf die deutsche Meisterschaft kommende Woche wusste ich, dass er wie immer Recht hatte und es das Beste sein würde, das Knie nicht noch drei weitere Runden über den anspruchsvollen Track zu jagen. Ein DNF (Did not finish) tut mir immer in der Seele weh, weil er nicht meinem Sportsgeist entspricht und meine Divise eigentlich immer lautet: “So lange du nicht vom Rad kippst, kannst du auch weiter fahren.” Dennoch war es heute wohl die einzig richtige Entscheidung. Meine Saison war bis hierhin, Albstadt mal außen vor, wirklich ziemlich gut: Platz 10 und 9 im Weltcup, Vierter bei der EM, Siebter bei der WM, Bronze mit der EM-Staffel und Vierter mit der WM-Staffel, dazu diverse Siege bei kleineren Events und der NRW-Meistertitel im Cross & im Cross Country. Bei all diesen Rennen stand bisher in diesem Jahr nur ein DNF zu Buche: beim C1 Rennen in Chelva, bei dem ich krank an den Start ging und es ähnlich wie hier in Lenzerheide einsehen musste, dass man den Körper zu nichts zwingen kann. Versucht habe ich es trotzdem in beiden Fällen.
Besonders hervorheben muss man auch, dass die meisten DNF´s im MTB-Bereich auf Defekte zurückzuführen sind. In diesem Jahr hatte ich bisher bei noch keinem Cross Country Rennen einen solchen. Dank des hervorragenden Materials, was mir Bergamont und all unsere Sponsoren zur Seite stellen, ist dies auch gar nicht so verwunderlich. Das Fastlane-Fully kommt mit jeder Weltcupstrecke wunderbar zurecht. Die Maxxis Ikon Reifen mit EXO-Protect sind zwar etwas schwerer als die leichtere Mischung, halten dafür aber umso besser und mit dem Antrieb von Sram oder den Bremsen von Magura gibt es sowieso fast nie Probleme. Alles in allem bin sehr dankbar, dass ich in diesem Jahr noch kein Rennen hatte, wo es nicht meinetwegen, sondern wegen meines Bikes nicht lief. 13613319_10154312107229269_3492258230108134612_o

Ich versuche jetzt schnellstmöglich wieder fit zu werden und denke, dass mein Knie auf jeden Fall bis nächsten Sonntag um 14:30 Uhr, wenn der Startschuss zur deutschen Meisterschaft in Wombach fällt, wieder voll belastbar sein wird. Meine Form ist sowieso extrem gut im Moment, so dass ich optimistisch und zuversichtlich in diese DM-Woche gehe.
Drückt mir die Daumen, dass alles klappt. Schaut am besten in den nächsten Tagen nochmal hier vorbei, um zu erfahren, welche Herausforderungen mich bei der diesjährigen DM erwarten und was die DM für mich überhaupt bedeutet.

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