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Costa Blanca 2 und 3

Auf der zweiten Etappe des Costa Blanca Bike Race wartete auf Anton und mich ein Zeitfahren. Es ging ca. 10 km immer wieder rauf und runter mit einigen schnellen Trails. Danach mussten wir uns dem legendärsten Kilometer dieses Events stellen. Eine unglaublich steile Straße, die an der steilsten Stelle tatsächlich über 40 Prozent Steigung aufweist. Sowas kommt mir aufgrund meiner Stärke am Berg natürlich entgegen, allerdings hatte selbst ich großen Respekt vor diesem Abschnitt.

Durch unsere mittelmäßige Etappe am Vortag hatten wir einiges gut zu machen. Von Beginn an machten Anton und ich ordentlich Dampf und zogen richtig durch. Die Trails liefen gut und wir wechselten uns gut und harmonisch ab. Als wir den Fuß des Berges erreicht hatten, fühlte ich mich noch richtig gut und wollte natürlich jetzt richtig attackieren. Dabei wusste ich aber auch, dass Anton wohl nicht ganz so schnell wie ich da hoch kommen würde. Deswegen entschied ich mich auch dagegen, das Tempo von Beginn an hoch zu halten, sondern versuchte es konstant zu halten und oben raus zu steigern. Das gelang uns beiden bis zur letzten 200 m langen Rampe vor dem Ziel hervorragend und wir fühlten uns auch wirklich schnell. Für einen Zielsprint fehlte dann aber ein wenig die Power, so dass wir relativ konstant ins Ziel gefahren sind. Wenn wir gewusst hätten, dass sich das hinterher noch ein wenig rächen würde, vielleicht hätten wir noch das eine oder andere Korn im Tank gefunden.

Danach hieß es warten und die Zeiten auf Strava zu analysieren. Aufgrund der Strava-Zeiten war relativ klar, dass Fini und Ferguson gewonnen haben und Mantecon und Sknarnitzl dahinter auf Platz zwei sein würden. Wo wir genau gelandet sind, wussten wir erst sicher am Abend, als der Veranstalter das Ergebnis veröffentlicht hat. Die Warterei hat sich aber durchaus gelohnt. Mit einem stabilen Fünften Platz konnten wir schonmal wieder zeigen, dass wir auf jeden Fall das Niveau haben, um vorne mitzufahren und in den nächsten Tagen weiter in der Gesamtwertung nach vorne zu kommen. Das Zeitfahren hat uns auf jeden Fall Spaß gemacht!

Am heutigen dritten Tag gab es für Anton und mich eigentlich nur die Möglichkeit mehr zu riskieren und zu attackieren. Vom Start weg war es eine sehr schnelle und hektische Etappe. Durch diese Hektik wurde es sehr unübersichtlich und teilweise schwierig sich nicht im Gewusel zu verlieren. Ich kam von Beginn an wieder ein bisschen besser weg als Anton und fand mich direkt in der Spitzengruppe. Anton hatte zwar auch den Anschluss an diese Gruppe wurde aber weiter hinten natürlich immer wieder an Engstellen etwas zurückgeworfen. Dadurch, dass er aber einige Leute um sich hatte, deren Teampartner bei mir vorne waren, war eigentlich klar, dass wir vorne irgendwann auch wieder einen Gang rausnehmen würden. Nach ca. 15 km fanden wir uns mit Fini, Ferguson, Mantecon, Skarnitzl, und einem weiteren Team zu Viert alleine an der Spitze wieder. Da dachte ich das erste Mal, dass wir heute mehr Glück haben würden und nun endlich die Zeit kommt, in der wir richtig nach vorne kommen. Dabei hatte ich aber mal wieder die Rechnung ohne Tiago Ferreira gemacht (kenn ich ja schon vom VOLCAT), der ungefähr 5 weitere Teams im Alleingang wieder an die Spitze gefahren hat. In der Folge wurde es immer wieder sehr hektisch. Leider erwischte es in diesem Durcheinander David Valero, den spanischen Meister, den ich persönlich sehr gut leiden kann und sehr respektiere. Er stürzte beim Zurückblicken schwer und hat sich wohl das Schlüsselbein gebrochen. Gute Besserung an dieser Stelle an ihn! Der Rest der Etappe lief für Anton und mich richtig gut. Bis auf einen Sturz Antons in einer entscheidenden Phase konnten wir nahezu perfekt fahren und hatten überall einen ordentlichen Speed. Am Ende fehlte mal wieder nur ganz wenig zum Podium, aber die beste Nachricht des Tages ist, dass wir uns im Gesamtklassement weit nach vorne geschoben haben. Vor der finalen Etappe liegen wir jetzt relativ komfortabel auf dem sechsten Platz. Jetzt heißt es Daumen drücken für morgen! Das Costa Blanca Bike Race ist auf jeden Fall einer der härtesten Kämpfe, den ich bisher mitgemacht habe. Wahnsinn was hier Mensch und Material abverlangt wird.

Morgen geht’s um die Wurst!

Bis dahin,

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