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C3 in Solingen – Fangokur zum Sonderpreis

Nach den letzten drei Wochen, die super erfolgreich verliefen, aber sowohl mental als auch körperlich an den Kräften zehrten, war es wirklich angenehm mal wieder ein Rennen bei mir um die Ecke zu fahren. Umso erfreulicher war es, dass die Veranstalter von Velo Solingen sich dazu entschlossen haben zum ersten Mal ein internationales UCI-Rennen der Kategorie C3 zu veranstalten, bei dem man zusätzlich noch ein paar Punkte für die Weltrangliste sammeln konnte.
Nachdem unter der Woche noch heiße Temperaturen und Sonne das Ruhrgebiet beherrschten, zeigte sich Solingen am Sonntag des Rennens im ganz anderen Gewand. Heftige Regenfälle und Gewitter machten aus der eigentlich super flowigen und spaßigen Strecke eine Rutschpartie ohne Wohlfühl-Charakter.
Diesem Wetter entsprechend entschied ich mich für mein Bergamont Fastlane mit Maxxis Beaver Reifen, welche bei diesen Bedingungen wirklich eine Waffe sind. Mein primäres Ziel für das international besetzte Rennen war vor allem Spaß zu haben und in den Top 3 zu landen, um noch eine zählbare Anzahl an UCI-Punkten mitzunehmen.
Der internationale C3 Status lockte vor allem Fahrer aus den Niederlanden und Belgien, aber auch aus Italien, Montenegro und der Türkei.
Trotzdem versuchte ich mich bereits am Start abzusetzen und zu zeigen, dass bei einem Rennen, was ich bestimmt schon 5 mal gewonnen habe, nicht nur mit mir zu rechnen ist, sondern der Weg zum Sieg nur über mich geht.

Diese Taktik ging vor allem dank meines super Hinterradreifens voll auf, so dass ich nach 3 von 8 Runden bereits mit einem komfortablen Vorsprung von knapp einer Minute auf den Belgier Jonas de Backer in Führung lag.

Leider fing ich mir kurz vor Start/Ziel einen Reifendefekt am Hinterrad ein, so dass ich zunächst den langen Weg zur Feed/Tech-Zone auf der Felge absolvieren musste und dann ca. 40 Sekunden für den Wechsel benötigte.
Zwar war ich immer noch auf Platz Zwei nach dem Pit-Stop, nur war mein alternativer Hinterradreifen nicht etwa ein zweiter Beaver, sondern der Maxxis Ikon, welcher zwar extrem gut bei trockenen Bedingungen läuft und auch ordentlich Grip im Downhill besitzt, aber definitiv die falsche Wahl für eine Schlammschlacht ist.
So ging ich zwar immer noch top fit in das Duell um den Sieg, jedoch waren die technischen Voraussetzungen nicht identisch. De Backer hatte natürlich einen Schlammreifen montiert und war somit vor allem in den extrem rutschigen Uphillpassagen im Vorteil.
Ich kam zwar nochmal bis auf ca. 5-10 Sekunden nach dem langen Downhill an ihn heran, doch zwang mich mein Hinterradreifen immer öfter zum Laufen, so dass eine Aufholjagd, zu der ich durchaus bereit und motiviert war, leider nicht im Bereich des Möglichen lag.

That´s Racing! Bin trotzdem mit dem Rennen zufrieden, weil es zeigt, dass ich den Reisestress der letzten Wochen gut verpackt habe und mein Bike den Belastungen einer Fangokur zum Sonderpreis stand hält.

Nächste Woche werde ich in Absprache mit dem Bundestrainer Peter “Speedy” Schaupp nicht am Weltcup in Val di Sole teilnehmen, um mich beim Ruhrbikefestival in Wetter auf die Weltmeisterschaft in Andorra vorzubereiten. Drückt mir die Daumen, dass die Vorbereitungen in diesem Jahr besser und vor allem verletzungsfreier als im letzten Jahr funktionieren.

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