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Bundesligaauftakt Bad Säckingen – Platz 17 im HC U23

 

Ben Zwiehoff

BERGAMONT 2016

Beim Wort Bundesligaauftakt fällt es mir schwer nicht an mein erstes Elite-Bundesligarennen letztes Jahr in Wombach zu denken. Beinah genau vor einem Jahr fasste ich den Mut es national schon mal in der Elite zu probieren und konnte meinen Anspruch zur nationalen Spitze zu gehören gleich mit einem Podestplatz unterstreichen. Die Auftaktrennen der Bundesliga Bad Säckingen im April 2016 und Wombach im April 2015 direkt miteinander zu vergleichen würde aufgrund mehrerer Voraussetzungen objektiver aber auch subjektiver Natur nicht funktionieren. Im letzten Jahr stellte Wombach für mich das erste Highlight der Saison dar und war im April erstmal das einzige große Event. Anders verhielt es sich in diesem Jahr mit Bad Säckingen. Das Rennen war nicht nur durch den HC Status unglaublich stark besetzt, sondern lag zwei Wochen vor dem Weltcupauftakt in Australien auch genau in einer Phase, in der für mich die ersten harten Einheiten nach meiner langen Krankheitspause anstanden. Ach ja das hatte ich ganz vergessen: Durch meine lange Krankheitspause im März (4 Wochen durch H1N1-Virus) fehlt mir aktuell nicht nur die nötige Rennbelastung, sondern vor allem auch die intensive Trainingsbelastung in Form von harten Einheiten und Intervalltraining. 

Dementsprechend war es für mich überhaupt nicht vorauszusehen, wie das Rennen an der Deutsch-schweizerischen Grenze für mich ausgehen würde.
Dennoch war ich vorsichtig optimistisch aufgrund der ersten intensiven Einheiten, die ich in der letzten Woche absolvieren konnte. Mir war klar, dass ich ein ganz gutes Grundtempo habe, aber mir sicherlich noch die nötigen Spitzen fehlen würden.
So fiel es mir vor allem am Start schwer das hohe Tempo mitzugehen und mich für den ersten Trail gut zu positionieren. Genau das sollte sich gleich zum Problem entwickeln, da die Startphase in Bad Säckingen immer sehr hektisch ist. Von einer etwas breiteren Straße geht es direkt in einen Singletrail, in dem man nicht überholen kann. So kam es wie es kommen musste: Ca. 8 Fahrer konnten in den Trail ohne Probleme einbiegen, danach ein Crash, ein handfestes Gerangel und jede Menge Fahrer, die ihr Bike unter der Absperrung herschoben und rechts an mir vorbeistiefelten. So fand ich mich relativ weit hinten im Feld wieder und ging erstmal auf eine schwierige Aufholjagd, die so nicht geplant war.
Ich blieb zunächst ruhig und wusste, dass es für mich nicht lange gut gehen würde, wenn ich nun mit vollem Risiko und viel Einsatz nach vorne stürmen würde. So fuhr ich konstant, aber leider nicht besonders schnell, bis zur vorletzten Runde. Zu diesem Zeitpunkt lag ich irgendwo um Platz 24. „Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt“ ging mir durch den Kopf.
Das hatten meine Beine dann kurze Zeit später wohl gehört und auf einmal erinnerte sich mein verwirrter Körper daran, dass er im letzten Jahr alle Fahrer die vor mir waren schon mal geschlagen hatte. Das Gefühl war auf einmal wieder viel besser und so kämpfte ich mich in den letzten beiden Runden immer weiter nach vorne. Leider war das Überholen nicht immer möglich, so dass mir sicherlich noch einige Sekunden verloren gingen. Ohne auf meine Position zu schauen fuhr ich endlich wieder total im „Racemodus“ und kam als 17. und 6. Bester Deutscher ins Ziel. 29 Sekunden trennten mich von der Top 10 und 47 Sekunden von Georg Egger dem besten Deutschen.
Letztendlich bin ich froh, dass mein Körper sich offenbar erinnert hat, was in ihm steckt und mein Gefühl, dass es von Tag zu Tag besser läuft, mich nicht getäuscht hat.
Zudem kann ich mich voll und ganz auf mein neues Bergamont Fastlane-Team mit den neuen Anbauteilen unserer Sponsoren Magura, Sram, Maxxis, SDG und Answer verlassen. Denn die Strecke in Bad Säckingen ist eine der härtesten in Deutschland und kann als guter Vergleich zum Weltcup herangezogen werden, was die Haltbarkeit des Materials angeht.

Somit geht´s jetzt voll motiviert nach Australien und ich bin mir sicher, dass ich dort den nächsten Schritt in Richtung Topform machen werde.
Drückt mir die Daumen.

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