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Beringen 2018 – der Kohlenpott von Belgien

Als ich mit meinem Vater im belgischen Beringen ankam, fühlte sich für mich alles irgendwie nach einem Heimrennen an. Die Rennstrecke lag an und auf einer alten Halde bzw. einer alten Zeche, die ähnlich wie Zollverein in Essen heute ein Museum und jede Menge Naherholung zu bieten hat. Gleichzeitig hatte ich mit dem Bergamont MTB-Dreamteam einen Support vor Ort, der sich gewaschen hat. Die belgischen Bergamont-Enthusiasten sorgten dafür, dass der Eindruck des Heimrennens nochmals verstärkt wurde. Nach dem ersten Befahren der Strecke mit meinem Revox Carbon Hardtail war für mich klar, dass das Rennen alles andere als einfach werden würde. Ganze vier mal mussten wir pro Runde (!!!) diese Halde, im späteren Rennverlauf schoss mir auch immer mal wieder das Wort Müllhaufen durch den Kopf, hochfahren. Auf sechs zu fahrende Runden gerechnet kamen damit schon einige Höhenmeter zusammen. Die Anstiege waren allerdings nicht besonders lang, aber dafür sehr steil. Eigentlich ein perfektes Training für den Weltcup in Albstadt.

Beringen das war also der erste Lauf des neuen 3 NationsCups, der eine Mischung aus BeNeLux-Cup und NRW-Cup ist. Am Start der Elite standen beinah 100 andere Fahrer und vor allem die besten niederländischen und belgischen Fahrer. Für Kevin Panhuyzen und Jens Schuermanns, mit denen ich schon zahlreiche Rennen gefahren bin, war Beringen das Heimrennen,  vielen anderen wie Milan Vader, Bart de Vocht und Ruben Scheire war Beringen ebenfalls bekannt, so dass ich ohne richtiges Training auf der Strecke, am Anfang natürlich erstmal ein paar ordentliche Linien suchen musste. Das gelang mir aber sehr gut und somit befand ich mich von Beginn an auf Podiumskurs. Ich startete etwas ruhiger, um nicht zu riskieren auf dieser harten Strecke zu überpacen. Dadurch war ich zwar nie ganz vorne an der Spitze, wo ein wirklich sehr sehr starker Franzose seine Runden drehte, konnte aber konstant im Bereich zwischen Platz zwei und Platz vier fahren. Gegen Mitte des Rennens zeichnete sich ein Dreikampf um das Podest ab. Der belgische Meister Jens Schuermanns, der Olympiateilnehmer Ruben Scheire und ich fuhren dicht beieinander und belauerten uns im Abstand von weniger als 15 Sekunden. Ich war nahezu das gesamte Rennen in der Lage die beiden ein wenig auf Abstand zu halten und Platz zwei abzusichern. In die letzte Runde fuhren wir allerdings innerhalb von 10 Sekunden, so dass sich ein wirklich harter Fight ums Podium entwickelte. Ich attackierte am ersten und längsten Berg und merkte, dass die beiden keine Chance haben würden, wenn ich das Tempo halten könnte. Auch den zweiten Berg kam ich noch gut hoch, obwohl sich oben Ruben bereits zu mir gesellte. Im Downhill vor dem letzten Berg war ich dann wieder wesentlich schneller als Ruben, was mir einen 10 Sekunden Vorsprung für die letzten 1500 m gab. Bis zur letzten Rampe, die es wirklich nochmal in sich hatte und so steil war, dass man fast gar nicht hochfahren konnte, lag ich noch auf Rang zwei bis sich meine Beine dann komplett verabschiedeten. Im anschließenden Sprint hatte ich dann nichts mehr zu melden, so dass ich hinter Jens und Ruben auf dem vierten Platz landete. Soweit so gut. Vierter ist bei der Konkurrenz top, bedenkt man dabei, dass ich aktuell viel trainiere und mich nicht spezifisch auf dieses harte Rennen vorbereit habe, dann kann man diesen vierten Platz noch besser einordnen.

Vielen Dank Beringen für dieses tolle und spannende Event! Danke an die belgische Bergamont Crew, die mich so famos unterstützt und angefeuert hat, und Danke an YB Photography für die herausragenden Bilder! 

Nächste Woche geht es dann mit dem zweiten Lauf des 3 Nations Cup in Saalhausen weiter. Ich glaube da wird es sich wieder wie ein Heimrennen anfühlen….;-)

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