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BEN auf BERGAMONT – 2020

15 Jahre, 180 Monate und 5475 Tage so lange fahre ich jetzt schon für, auf und mit Bergamont. 15 Jahre Teamfahrer als 22 Jähriger; so etwas findet man ganz bestimmt nicht alle Tage. Wenn man genau rechnet war ich damals 7. Bergamont hat eigentlich alle zentralen Ereignisse in meinem Leben begleitet. Meine Schulzeit, Bergamont war dabei. Meine erste Freundin, Bergamont war dabei. Mein bisheriges Studium, Bergamont war dabei. Ganz gleich was ich auch im Leben erlebt und erreicht habe, sowohl auf sportlicher, als auch auf privater Ebene, immer standen die Jungs und Mädels aus Hamburg hinter mir und haben mich begleitet. Für mich war es immer eine große Ehre und erfüllt mich heute mit Stolz.

Die Geschichte begann damit, dass mein Vater Anfang der 2000er Jahre nach vielen guten Ergebnissen im Marathonbereich ins von Bergamont gesponserte Team des Bottroper Kult-Radladens „Radsport BOMM“ geholt wurde. Damals war ich ein relativ talentierter Siebenjähriger, der schon einige Rennen des NRW-Cups gewonnen hatte. Bergamont kam auf die Idee, dass es doch eine super coole Story wäre, Vater und Sohn zu supporten, zumal gerade auch ein Model für Kinderräder gesucht wurde. Für mich war dies der Beginn meiner “Bergamont-Karriere”. Mein erstes Rad war ein Bergamont Team-Replica in 24 Zoll; dazu zwei viel zu große Trikots. Von Hosen brauchen wir gar nicht zu reden. In manche von damals würde ich heute mit meinen Stäbchen noch nicht reinpassen. Doch damals waren sie nicht nur zu weit, sondern auch viel zu lang. Und so war ich eben mit super coolen Baggy-Shorts unterwegs. Schon als Grundschüler wurde mir klar, dass Bergamont was Besonderes sein muss. Mein Bergamont-Bike war der Hammer und mit einem Trikot zu fahren, das meine Zugehörigkeit zu einem Team signalisierte, machte mich unglaublich glücklich und stolz.

Ein paar Jahre später habe ich dann mein erstes Carbon-Rad, das erste Platoon Team bekommen. Erst noch mit V-Brakes. Die Profis um Lado und Manuel Fumic fuhren aber schon mit Scheibenbremsen. Also war für mich klar, dass ich die disc-brakes auch brauche Schließlich wollte ich ja meinen Vorbildern nacheifern. Die Klamotten, die sie trugen, die Parts, die sie fuhren, am liebsten hätte ich alles selbst gehabt. Irgendwann hat mein Vater mir mein Rad von V-Brakes auf Bremsscheiben ungerüstet, wahrscheinlich weil ich ihm wochenlang in den Ohren lag, dass ich Scheibenbremsen bräuchte. Da hab ich mich das erste Mal wie ein ganz Großer gefühlt. ceremony_Zwiehoff

Sportlich folgten durchaus schwierige Jahre: Nachdem ich in der U13 fast jedes Rennen, bei dem ich am Start stand gewinnen konnte und dass, obwohl ich meist einen Kopf kleiner war als meine Konkurrenten, ging das in der U15 nicht mehr so einfach. Ich war nicht gerade ein Frühentwickler und so musste ich mitansehen, wie viele meiner Altersgenossen schnell grösser wurden, während ich eher eine langsame Entwicklung nahm. Aber schon in dieser Zeit gab es von Bergamont viel Aufmunterung und Leistungsdruck war und ist bis heute in unserer Beziehung ein Fremdwort. Langfristige Entwicklung, das war und das ist es, was zählt.

2010, als ich in die Nationalmannschaft aufgenommen wurde, war klar, dass sich dieses langjährige Engagement auszahlen könnte. In den folgenden Jahren wurden die Anforderungen der Rennen, aber auch der Support immer größer. Gute, teilweise sehr gute Ergebnisse waren das Resultat der Zusammenarbeit und nach 2 Jahren in der U23 bot mir Bergamont an, unserer Zusammenarbeit nochmal auszubauen. Und so hatte ich im Jahr 2015 nicht nur mein Ziel Radprofi zu werden, erreicht sondern konnte mich nahezu vollständig auf den Sport zu konzentrieren. Für dieses Vertrauen und diese Möglichkeit bin ich und werde ich immer dankbar sein.

Das Revox Team 2012, mein erstes 29 Zoll MTB

Das Revox Team 2012, mein erstes 29 Zoll MTB

Zahlreiche Top-Ergebnisse, national wie international folgten; Highlight sicherlich der Europameistertitel in der Staffel 2015. Die Zusammenarbeit zahlte sich jetzt richtig aus. Klar dass der Wunsch bestand, diese erfolgreiche Partnerschaft weiterzuführen und möglichst noch auszubauen. Schon früh in dieser Saison habe ich mich mit den Verantwortlichen bei Bergamont zusammen gesetzt und über die Verlängerung meines 2016 auslaufenden Vertrages gesprochen. Viele Ideen haben wir gemeinsam entwickelt und am Ende ist das Projekt „Ben auf Bergamont – Tokio 2020“ herausgekommen. Ein zentrales Ziel unserer Zusammenarbeit ist meine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2020. Dafür werde ich in den nächsten vier Jahren alles tun und jeden Tag hart arbeiten. Mit dem Team und dem Support im Rücken, werden wir dieses Ziel auch erreichen; da bin ich mir sicher.

142, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

142, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

Unabhängig von der sportlichen Seite identifiziere ich mich aber auch so mit der Marke Bergamont und mit jedem einzelnen Mitarbeiter in Hamburg. Ich fühle mich nicht als ein typischer Fahrer, der nur wegen der Rahmenbedingungen die Treue zu ihrem Sponsor hält, ich fühle mich als Teil der Firma, als Teil des Teams und als Teil der großen Familie. Auf der Eurobike hatte ich das Vergnügen vier Tage mit unserer großen Truppe zu verbringen und das ganze Team noch näher kennenzulernen. Die Rückendeckung und das Feedback, das ich dort erhalten habe, zeigen mir, dass Bergamont mehr als nur ein Radhersteller ist. Wir sind eine Lebenseinstellung, ein Statement, wir wissen, wo wir herkommen, und haben keine Scheu, genau das auch zu zeigen. Dieses Gefühl spiegelt sich in jedem unserer Bikes wider und dieses Gefühl versuche ich jedem Bikesport-Begeisterten zu vermitteln. Anstrengend ist das für mich nicht; sind es doch Attribute, die auch mich und meine Heimat, die Stadt Essen mitten im Ruhrpott, ausmachen; von daher passt „Ben auf Bergamont“ wie „Arsch auf Eimer“.

142, Zwiehoff, Ben , Bergamont Factory Team, MTB Sportverein Steele, GER

So könnt ihr mich hoffentlich auch in den nächsten vier Jahren häufig jubeln sehen.

Ich danke allen Mitarbeitern der Firma Bergamont für die Unterstützung. Ein besonderer Dank geht an Pam, Matschi und Julia für das Vertrauen und vor allem auch für die total fairen Verhandlungen. Ihr seid der Hammer und ich freue mich total auf die nächsten Jahre!

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