XCO

Albtraum oder Albstadt?

Ein Heim-Weltcup ist für uns deutsche Fahrer immer etwas besonderes. Insbesondere, wenn es so eine geile Veranstaltung wie der XCO-Weltcup in Albstadt ist, den das skyder-Team um Stephan Saalscheider auch in diesem Jahr wieder perfekt organisiert hat. Heim-Publikum, das uns Fahrer frenetisch unterstützt, eine einmalige Strecke im Bullentäle und dazu noch bestes Wetter. Mein Bergamont Revox Team war bestens präpariert, auf den Sun Ringle Laufrädern die leichten Maxxis Ikon tubeless aufgezogen, die neuen Magura MT 8 perfekt eingestellt und alle SRAM-Parts nagelneu. Eigentlich war alles für ein tolles Wochenende vorbereitet; was soll da schon passieren? Nun, das Material hat perfekt funktioniert…

…aber mein Körper wollte irgendwie nicht. ZwiehoffAm Vortag beim Streckentraining war ich noch guter Dinge; eine schnelle Proberunde auf den steilen Auffahrten fühlte sich richtig gut an und auch in den Downhills war ich superschnell und sicher unterwegs. Alles bestens. Zuversichtlich stand ich am Renntag um kurz vor 9.00 Uhr in der Startaufstellung. Startnummer 10, eine gute Position, aus der ich etwas machen wollte. Konzentration hoch und ab. Ich erwischte einen guten Start bis jemand vor mir stürzte und ich kurz aufgehalten wurde. Auch das war  kein großes Problem, unter den Top 10 liegend fuhr ich in der Startloop, hatte aber schon das Gefühl, das aus meinen Beinen nicht die gewohnte Power kam.  Egal, nur nicht aufgeben, dachte ich. Solche Situationen kenne ich aus dem Training, auch da gehen die Beine manchmal etwas später auf. Also weiter drauftreten, das wird schon. Doch egal was ich machte, ich konnte den Anschluss an die Gruppe nicht halten.Zwiehoff So ging es leider das ganze Rennen. Die Beine fühlten sich an wie Gummi und keine Macht brachte sie dazu, etwas mehr Kraft aufs Pedal zu bringen. Die Leistung lag während des gesamten Rennens über 20% unter der gewohnten (und bei der EM gezeigten). So konnte ich natürlich nicht um eine vordere Platzierung kämpfen und fuhr, angefeuert von den tollen Zuschauern, das Rennen einfach “nur” zu Ende. Platz 37 unter knapp 150 Startern klingt gar nicht so schlecht; wenn man aber den Anspruch hat, mindestens unter den Top-10 zu landen, ist das natürlich viel zu wenig.

ZwiehoffAn dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, allen Supporten, Freunden und Fans zu danken, die das Event in Albstadt Jahr für Jahr zu etwas ganz Besonderem für alle Fahrer machen. Obwohl sicherlich jeder wusste, dass ich mit meinem Rennen ganz und gar nicht zufrieden war und total gelitten habe, feuerten mich dennoch alle  Zuschauer an und sorgten dafür, dass Albstadt trotz des überschaubaren Ergebnisses bei mir in positiver Erinnerung bleibt und ich jederzeit gerne wieder komme.
Ihr alle seid eine enorme Motivation und helft uns Profisportlern jeden Tag dabei uns zu motivieren. Ihr helft uns dabei an unsere Grenzen zu gehen und noch härter zu arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen. Dafür möchte ich euch danken! Macht weiter so! Ihr könnt meistens nur erahnen wie es im Kopf eines ambitionierten Weltcupfahrers aussieht. Aber ich kann euch sagen, dass niemand euren Anteil an unserem Sport vergisst oder gar verschmäht. Ohne Breite keine Spitze; Albstadt hat wieder einmal gezeigt, dass die Breite im deutschen MTB-Sport kerngesund ist und dafür sorgt, dass wir an der Spitze so gut arbeiten können. Danke dafür! Ich freue mich schon euch alle beim nächsten Rennen wieder zu sehen. Bis dahin drückt mir die Daumen, dass ich am nächsten Wochenende in La Bresse die erste Saisonhälfte so zu Ende bringen kann, wie es sich für einen EM-Top-5-Fahrer gehört.

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