Radcross Radevormwald / 2. Sieg im NRW-Cross-Cup

2. Lauf zum NRW-Cross-Cup in Radevormwald. Organisator Sven Schreiber hatte am Stadion in Radevormwald einen tollen Parcours gesteckt, der durch die Regenfälle am Renntag tief und schwer war. Pünktlich zum Eliterennen hatte Petrus aber ein Einsehen, stoppte den Regen und ließ zwischendurch sogar ein paar Sonnenstrahlen auf Fahrer und Zuschauer durch die dichten Wolken blitzen. Unter den Startern war mit Marvin Schmidt auch ein Querfeldeinspezialist aus Rheinland-Pfalz, so dass ich einen harten Fight erwartete. Meine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden…

Crossrennen in der Eliteklasse sind auf 60 Minuten angesetzt. Kurz und knackig. Und wenn starke Konkurrenz am Start ist, dann wird es eine richtig harte Stunde auf dem Rad. Marvin und ich übernahmen nach dem Start sofort die Spitze und hatten uns bereits nach weniger als einer halben Runden vom restlichen Feld abgesetzt. Zunächst wechselten wir uns in der Führung noch ab, wobei ich schon zu diesem Zeitpunkt darauf achtete, an welchen Stellen meine Vorteile liegen könnten. Vor allen achtete ich aber darauf auf dem tiefen Boden und in den kniffligen Passagen des Parcours immer die richtige Linie zu fahren, um so viel Kraft wie möglich zu sparen. Für mich gehört zum Kraftsparen auch, so wenig wie möglich zu Laufen. Also trug ich mein Rad nicht wie die anderen Fahrer, über die „Barriers“ (kleine Hürden, die mitten in der schlammigen Wiese platziert waren), sondern übersprang diese. Fast immer brachte mir das einen kleinen Vorteil , nur einmal… (dazu später mehr)..

In den ersten beiden Runden testete ich außerdem immer wieder an verschiedenen Stellen, ob und wo es mir gelingen könnte, von Marvin wegzukommen, doch jede kleine Lücken schloss Marvin unmittelbar nachdem sie aufgegangen war. Erst in der dritten von zwölf zu fahrenden Runden hatte ich die richtige Stelle für die Attacke gefunden. Die Lücke hatte Bestand und wuchs von Runde zu Runde an; und zur Rennmitte hatte ich mit einem konstant hohen Tempo und einem sehr sauberen Fahrstil mehr als 20 Sekunden Vorsprung.

Wie oben gesagt, blieb ich dabei die Barriers zu springen. In 12 Runden gelang wir das 11-mal perfekt. 3 Runden vor Schluss blieb ich dann durch einen Fahrfehler an der zweiten Barrier hängen und schlug einen unfreiwilligen Salto. Nicht das erste Rennen, in dem mir das passierte. Zum Glück landete ich aber in der aufgeweichten Wiese, so dass außer einen dreckige Hosen keine Folgen blieben. Ich ließ mich nicht verunsichern, fand schnell meinen Rhythmus wieder, und hatte so nach 58 Minuten Renndauer im Zieleinlauf einen Vorsprung von fast einer Minute auf Marvin. Dieses Rennen hat mir gezeigt, dass ich mich auch im Cyclocross nicht verstecken muss und vor allem auf fahrtechnisch schwierigen Strecken meine Mountainbike-Fähigkeiten gut ausspielen kann. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Lauf konnte ich meine Führung im NRW-Cross-Cup weiter ausbauen und freue mich jetzt schon auf den 3. Lauf, der Mitte November in Hürth stattfindet.

Bis dahin geht es für mich aber erst einmal nach Mallorca, wo ich in den ersten beiden Novemberwochen meine erstes Trainingslager absolvieren werde. Drückt mir die Daumen, dass ich gutes Wetter und gute Beinde habe.