Glatteis in Gedern / Platz 3 MTB-Bundesliga, 2. Lauf

Glatteis im Mai, werdet Ihr jetzt fragen, wenn Ihr die Überschrift des Artikels lest…

Was war da los? Natürlich gibt es bei frühlingshaften Temparaturen um 19 Grad keine Eisbildung, doch der Platzregen, der kurz vor dem Start unseres Herren-Eliterennens in Gedern beim zweiten Lauf zur KMC-MTB-Bundesliga runterkam, verwandelte große Teile der toll gebauten Strecke in eine Rutschpiste, die mit Glatteis vergleichbar war.

Bundesliga, eine Woche vor dem ersten Weltcup in Nove Mesto (TCH); da wollten nahezu alle deutschen Spitzenfahrer noch einmal die Klingen kreuzen und sich eine Standortbestimmung holen. Zusätzlich zu den Elitefahrern gesellten sich bei diesem als internationales C2 Rennen ausgeschriebenen Rennen auch noch die national und internationale Spitze der U23 dazu, da es bei internationalen Rennen wertvolle Weltranglistenpunkte gibt. Nachdem ich die Strecke kurz vor dem Start noch einmal abgfahren oder besser „abgerutscht“ war, stand meine Taktik fest. Sicher und möglichst sturzfrei fahren und von Anfang an zusehen, dass ich mich aus dem Gewühl des Feldes heraushalte.

Dies gelang mir auch gut und so ging ich gemeinsam mit Markus Schulte-Lünzum direkt hinter dem holländischen U23-Meister, Milan Vader, in die zweite Runde. Wir fuhren einen guten Rythmus, auch wenn ich durch das matschige „Geläuf“ meine Stärke in den Steilanstiegen nur sehr dosiert einsetzen konnte. Bis zu Mitte des Rennens lagen wir konstant auf den Plätzen eins, zwei und drei, als es turbulent wurde. Zunächst musste Markus abreissen lassen. Es schien auf einen Zweikampf zwischen Milan und mir hinauszulaufen. 2 Runden fuhren wir gemeinsam, als ich mit einer beherzten Attacke in Führung gehen konnte.

Leider rutschte ich dabei vor einen Stein, der meinen Reifen von der Felge schob. Ein Runde vor Schluss musste ich zunächst eine halbe Runde mit plattem Reifen fahren, ehe ich das Hinterrad wechseln konnte. Durch den Matsch ging der Wechsel nicht mehr so flüssig vonstatten, so dass ich nicht nur den Führenden sondern auch 4 weitere Fahrer passieren lassen musste. Entsprechend „gut gelaunt“ machte ich mich auf die Aufholjagd, die mich kurze Zeit später schon wieder auf Platz 2 brachte, mich aber auch die letzten Reserven kostete. Als dann ein entfesselnd fahrender Simon Stiebjahn heranflog, hatte ich ihm im Sprint leider nichts mehr entgegenzusetzen.

Ärgerlich, aber unter diesen Umständen ist Platz 3 mit nur 15 Sekunden Rückstand absolut oK.

Ein besonderer Dank gilt wieder einmal meinen Eltern. Meine Mutter hätte sich bestimmt einen schöneren Ort zum Muttertag vorstellen können, als die schlammige Strecke in Gedern und mein Vater hat nicht nur mein Bergamont Revox Team Hardtail perfekt vorbereitet sondern auch anschließend von der üblen Schlammpackung befreit. Wer selbst einmal Schlammrennen gefahren ist, weiß, dass diese Arbeit nicht lustig ist.

 

Mit der Gewissheit, dass die Form stimmt geht es nun nach Nove Mesto, wo mein erster Elite-Weltcup auf mich wartet. Dort werdet ihr mich dann auf dem Bergamont Fastlane Team, unserem Fully sehen. Ich freue mich riesig darauf und ihr könnt das Rennen sogar live im Red-Bull-TV verfolgen. Drückt mir die Daumen, dass die Formkurve bis dahin weiter steigt…

Alle Fotos wieder exzellent in Szene gesetzt von EgoPromotion! (Copyright)

Und hier noch weitere Impressionen: