Europameisterschaft 2017 / Mit der Staffel auf Platz 4

Nach der Enttäuschung bei der Deutschen Meisterschaft blieb nicht lange Zeit, darüber nachzudenken. Schon 3 Tage später, am Mittwoch, ging es mit dem Flieger nach Mailand und von dort aus nach Darfo Boario Therme in der Lombardei. Hierhin hatte die UEC die Europameisterschaft verlegt, nachdem Istanbul aufgrund der politischen Lage als zu unsicher angesehen wurde. Der erste Einsatz für mich folgte direkt nach der Ankunft, denn der Bundestrainer hatte mich für die deutsche Staffel vorgesehen. Dreimal habe ich schon in Staffelwettbewerben eine Medaille gewonnen, logisch, dass ich darauf hoffte, dass die vierte folgt… Auf dem Papier sah es so aus, dass fünf oder sechs Mannschaften, in denen jeweils drei Herren und zwei Damen unterschiedlicher Altersklassen gemeinsam für ihr Land starten, Chancen hatten ganz vorne dabei zu sein. Spannend wird die Staffel dadurch, dass die Fahrer/-innen in beliebiger Reihenfolge aufgestellt werden dürfen, die anderen Nationen die Aufstellung aber erst am Start erfahren. Für Deutschland waren mit mir, Tim Meier und Franziska Koch als U19-Sportler, Georg Egger für die U23 und Adelheith Morath (Elite Frauen) nominiert.

Ich hatte die Ehre für uns den Startfahrer machen zu dürfen. In der Staffel fährt jeder nur eine Runde, da heißt es rd. 12 Minuten Vollgas. Gerade

am Start gibt das oft ein heftiges Gedrängel, denn jede Nation möchte natürlich von Anfang an weit

 

vorne sein. Gleichzeitig durften wir uns aber auch keine Fehler auf der fahrtechnisch teilweise sehr anspruchsvollen Strecke erlauben, denn ein Sturz kann hier schnell Defekt oder Ausscheiden bedeuten. Mit Vollgas jagten die Startfahrer in die erste Runde. Ich war und blieb vorne dabei, riskierte nicht zu viel und wechselte schließlich als Vierter auf Tim, der uns auf Platz 3 nach vorne brachte. Adel erwischte auch einen tollen Start und konnte sogar noch einen Platz gut machen, den sie aber leider aufgrund eines Sturzes wieder einbüßte. Franziska, die wie ich aus NRW kommt, zeigte bei ihrem allerersten Start in einer MTB-Staffel auch eine couragierte Leistung. Gegen die Weltklassefahrerinnen der U23 hielt sie sich als Juniorin tapfer und wechselte als Fünfte auf Georg Egger. Zu diesem Zeitpunkt trennte uns aber schon einige Zeit von den Medaillenrängen, aber Georg versuchte alles. Einen Platz konnte er noch gut machen, leider reichte es nicht mehr ganz für die erhoffte Medaille, aber als viertbeste Nation in Europa fühlten wir uns auch gut und waren stolz auf unsere Leistung. Jeder von uns hat alles gegeben, aber drei andere Staffeln waren an diesem Tag besser. That´s sport! Glückwünsche gehen an die Schweiz, die Euopameister wurde, Dänemark und Italien, die Silber und Bronze gewannen.

Am kommenden Sonntag geht es mit dem Einzelrennen weiter. Auf der konditionell und fahrtechnisch anspruchsvollen Strecke werde ich dann wieder auf meinem Bergamont-Fastlane-Fully unterwegs sein. Drückt mir die Daumen, dass ich dann auch die „FASTLANE“ nehmen kann und vorne mit dabei bin.

Weitere Bilder vom Staffelrennen by EgoPromotion):