Einfach in die Elite einsteigen…

Einfach in die Elite einsteigen…

  …dachte ich mir. Dann war es so weit: Und irgendwie hat er sich am 1.1.2017 unspektakulär  vollzogen; der Wandel vom U23- zum Elite-Fahrer. Hat nicht weh getan, ist auch keiner von der UCI zum Gratulieren gekommen und selbst die Anti-Doping-Kontrolleure haben ihre Besuchsfrequenz bei mir nicht erhöht. Also alles so wie bisher? Ja und Nein! Ja, weil ich dank meines Top-Sponsors Bergamont Bicycles auch in den kommenden Jahren meinen Sport professionell ausüben kann und Nein, weil nun kein „Welpenschutz“ mehr besteht. Als U23er bin ich ja auch schon Eliterennen gefahren, aber immer mit der Hintertür, dass ich ja „eigentlich noch U23er bin“. Nicht dass ich diese Hintertür jemals als Ausrede genutzt hätte, aber sie war da…

Das ist jetzt vorbei. Ab sofort darf (oder muss?) ich mich in jedem Rennen mit den Top-Guns messen. Darauf freue ich mich, insbesondere da ich merke, dass die gute Entwicklung, die mich bis in die Top-5-Weltcup-Ränge in der U23 gebracht hat, weiterzugehen scheint. Und auch die ersten Rennen, Trainingsrennen um genau zu sein, bestätigen dies und geben mir ein gutes Gefühl. In Bocholt, bei meinen Freunden vom RC 77 Bocholt war ich in diesem Jahr zweimal am Start. Im ersten Rennen durch technische Probleme noch Zweiter, gewann ich den Finallauf souverän. Genau wie das Trainingsrennen in Geldern, das Michel Hendricks von 2-Rad Hendricks auf die Beine gestellt hat. Dazwischen lag noch ein Auftritt auf Lanzarote beim Etappenrennen, bei dem ich zwar „nur“ den 6. Platz im Gesamtklassement belegte, dennoch aber leistungsmäßig mit den Top-Fahrern in enger Konkurrenz war. Und auch im Schlamm in Adenau am Nürburgring, beim ersten Lauf zum Bulls-Cup, lief es rutschig-rund. Mit deutlichem Vorsprung gewann ich auch hier. Der Einstieg ist also gelungen; jetzt gilt es, ihn in eine gute erste Elite-Saison umzusetzen.

Wichtig ist dabei, die Basis nicht aus den Augen zu verlieren. Sowohl was die physische Leistungsfähigkeit angeht, aber auch die Menschen, die dazu beigetragen haben, dass ich heute meinen Traum leben darf. Daher werde ich jetzt erst einmal mit der Nationalmannschaft und Bundestrainer Peter „Speedy“ Schaupp in Richtung Gran Canaria aufbrechen und dort ein längeres Trainingslager absolvieren und die physische Basis noch weiter ausbauen. Im Anschluß werde ich dann einige Vorbereitungsrennen bestreiten und dabei auch an die Orte zurückkehren, die die Basis meiner bisherigen Karriere ausmachten. Bei den ersten beiden Läufen des NRW-Cups in Solingen und Grafschaft werdet Ihr mich mit hoher Wahrscheinlichkeit am Start sehen. NRW-Cup bedeutet für mich nämlich nicht Rennstreß, sondern nach kurzen Anreisen viele nette Menschen und Freunde zu treffen. Wohlfühlatmosphäre, die für einen Sportler sehr wichtig ist.

Anschließend geht es Schlag auf Schlag: HC-Rennen Bad Säckingen, Bundesliga-Auftakt in Heubach, Bundesliga in Gedern und dann schon das erste Highlight! Zwei meiner Lieblings-Weltcups direkt hintereinander. Erst in Nove-Mesto (TCH) und dann in Albstadt (GER). Zweimal unglaubliche Atmosphäre und Zuschauermassen innerhalb von 8 Tagen. Darauf freue ich mich riesig, denn nun bin ich im Hauptrennen mit dabei! In der U23 war die Startzeit mit 9:00 Uhr morgens undankbar, da sich viele Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Weg zur, aber noch nicht an der Strecke befanden. In diesem Jahr werde ich dann erleben dürfen, wie es ist, vor mehr als 25.000 Zuschauern aufzutreten. Wenn ich daran denke, bekomme ich heute schon Gänsehaut.

Danach wird es eine kurze Ruhephase geben, ehe ich (zum wievielten Mal eigentlich?) es mal wieder versuchen werde, bei der Deutschen Meisterschaft mal ein Top-Resultat zu erzielen. Auf jeden Fall ist die Stimmung in Bad Salzdetfurth mindestens weltcup-würdig, so dass es -unabhängig vom Ausgang- auf jeden Fall ein tolles Event wird.

Wie es danach weitergeht, werden wir sehen… Und es hängt auch davon ab, ob es mir gelingt, mein großes Ziel für 2017 zu erreichen: Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im australischen Cairns. Auf dem Weg dahin gibt es an vier weiteren Weltcup-Stationen die Gelgenheit dazu. Dabei freue ich mich besonders auf den Weltcup in Kanada Anfang August. Dort habe ich im letzten Jahr mit Platz 5 das beste Weltcup-Resultat meiner U23-Karriere erreicht. Die Strecke sollte mir also liegen.

Was ich ansonsten noch so geplant habe seht Ihr hier im Überblick über meine Saisonplanung. Schaut rein und drückt mir die Daumen, dass alles so läuft, wie ich es mir erhoffe…