DM und ich, das passt nicht… Nur Platz 10 bei der Deutschen Meisterschaft

Aus de vergangenen Jahren kennt Ihr es ja schon. Deutsche Meisterschaften sind für mich irgendwie verflucht. Nahezu alles ist mir schon passiert, Rahmenbruch, Kettenriss, Rippenbruch, Ischiasprellung mit Beinblockade, eigentlich war in diesem Jahr auch nicht die Frage, ob etwas sondern nur was passiert…

Zunächst mal gilt mein Lob und mein Respekt dem Veranstalterteam in Bad Salzdetfurth, die fast wieder eine tolle Strecke gehabt hätten. Fast, werdet Ihr fragen. Ja, fast; denn als Das Team von Olaf Nützsche mit dem Streckenbau fertig war, kam der große Regen. Mittwochs fing es an und hört erst am Sonntag mittag wieder auf. Die tolle Strecke, die es hätte werden können, war dadurch irgendwann so aufgeweicht, dass bergauf fahren nahezu unmöglich war und wir bergab nur noch unkontrolliert die Hänge hinabrutschen konnten. Gemeinsam mit den Kommissären wurde daher das einzig richtige gemacht, nämlich die Strecke auf den Teil verkürzt, auf dem wir noch einigermaßen fahren konnten. Doch auch hier war es sehr wichtig ohne Fehler durch den Schlamm zu fahren, da der Schlamm sonst schnell alle Körner kostet, die wir eigentlich für andere Streckenteile brauchen.

Meine Taktik war klar. Ich wollte vom Start an möglichst fehlerfrei und so weit vorne wie möglich fahren, um dem hohen Sturzrisiko im ersten Downhill aus dem Weg zu gehen. Dies gelang mir auch. Nach hartem Kampf im ersten Anstieg war ich unmittelbar hinter Manuel Fumic, der sofort die Führung übernahm.

Dicht hinter ihm ging es in den ersten schlammigen Downhill, in dem Manni zwar strauchelte, aber doch auf dem Rad blieb. Ich hatte eine etwas bessere Linie und konnte sauber runterfahren, bis…

 

…bis mich auf einmal ein fahrerloses Rad überholte, vor mein Vorderrad fiel und mich zu einem unfreiwilligen Abgang in den Matsch und die Botanik zwang. Mitten in den Zuschauer gelandet, musste ich mich erst einmal sortieren, während große Teile des Feldes an mir vorbeirauschten. „Das darf doch nicht wahr sein,“ schoß es mir durch den Kopf, „nicht schon wieder bei der DM. So will ich hier nicht ausscheiden“. Also mein Rad gesucht, doch leider hing die Streckenbegrenzung in meiner Kette. Nachdem ich die Kette befreit hatte und mein Antrieb wieder lief, ging es nun hinterher.

Über eine Minute kostete mich dieser Zwischenfall und so ging ich nur auf Platz 17

durch die erste von 8 Zieldurchfahrten. In den folgenden Runden versuchte ich die Lücke nach vorne zu schließen und kam über Platz 12, 9 und 7 sogar kurzzeitig bis auf Platz 6 vor, als es mir -wie aus heiterem Himmel- den Stecker zog. Der Sturz, die Aufholjagd, das Wetter, der Matsch, alles zusammen war dann doch zu viel. Obwohl ich alles gab, musste ich 4 meiner hart erkämpften Plätze wieder hergeben und kam schließlich restentleert auf Platz 10 ins Ziel. Nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber im Gegensatz zu den Jahren vorher immerhin nicht ausgeschieden. Vielleicht war Bad Salzdetfurth so auch die Trendwende in meinem DM-Fluch.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich davon nicht entmutigen lasse. Dafür ist auch gar keine Zeit, denn es geht jetzt sofort Schlag auf Schlag weiter. Zunächst starte ich nächste Woche bei der Europameisterschaft in Italien, wo ich neben dem Einzelrennen auch in der deutschen Staffel fahren werde. Eine Woche später steht dann der Weltcup in Kanada auf dem Programm. Drückt mir also die Daumen, dass es dort etwas „sauberer“ läuft.

Und hier noch weitere Fotos aus Bad Salze (Copyright wie immer EgoPromotion):