Costa Blanca Bike Race 1

Costa Blanca Bike Race 1

Hallo aus Spanien. Ich habe in diesem Jahr die Ehre an der Seite vom Weltcup Top 3 – Fahrer Anton Sintsov beim Costa Blanca Bike Race zu fahren. Dieses Rennen ist hier in Spanien wirklich eine große Nummer und für viele Spanier bereits im Januar das Highlight des Jahres. Auf vier Etappen müssen wir hier in Zweier-Teams nicht wie sonst immer gegeneinander, sondern miteinander arbeiten.

Auf der ersten Etappe warteten bereits einige der besten Trails der Costa Blanca auf uns und vor allem ein extrem langer und steiler Berg. Anton hatte heute keinen allzu guten Tag, dennoch konnten wir durch taktisches Geschick immer den Anschluss an die Spitzengruppe halten und lagen zu Beginn des langen Berges auf Platz 4. Ich merkte bereits unten, dass es für Anton hart wird und versuchte auf ihn zu warten. Dabei wollte ich auf keinen Fall meinen Rhythmus verlieren, weil ich selbst ja auch noch nicht weiß wie mein Körper unter Wettkampfbelastung läuft. Deswegen entschied ich konstant bis oben zu fahren und im Zweifel dort auf Anton zu warten. Ich konnte nach kurzem hin und her den Anschluss an die Spitzengruppe mit Fini und Ferguson und Mantecon und Skarnitzl wieder herstellen fuhr den gesamten Berg mit ihnen hoch. Ich fühlte mich von unten bis oben sehr stark und war eigentlich nie am Limit.

Oben angekommen war es letztendlich ein Glück, dass ich schon mal vorgefahren war, da ich durch einen hochgeflogenen Stein ein Problem mit meinem Schaltwerk bekam. So konnte ich bereits schauen, was genau dort kaputtgegangen ist und dann mit Antons Hilfe das Schaltwerk schnell reparieren. Dadurch verloren wir zwar ein paar Plätze und letztendlich wohl auch knapp eine Minute Zeit, wenn man aber bedenkt, dass wir noch viel mehr Zeit verloren hätten, wenn ich nicht vorgefahren wäre, hatten wir noch Glück im Unglück. Im Anschließenden Downhill machten Anton und ich ordentlich Dampf und konnten trotz eines richtig krassen Sturzes von Anton (Salto über zwei dicke Steine, ist aber zum Glück nichts passiert!) die verlorenen Plätze wieder gut machen und waren kurz vor der letzten Feedzone vor dem Ziel wieder auf Platz 7. Als wir gerade nochmal attackieren wollten, erwischte mich erneut der Defektteufel. Auf einer Straße (!!!) erwischte ich in einem kurzen Schotterstück einen scharfen Stein der mein Vorderreifen aufschlitzte. Kurz repariert und halbwegs dicht bekommen, ging es weiter. Zum Glück kam kurze Zeit später schon die Feed/Techzone, wo ich sicherheitshalber das Vorderrad gewechselt habe. Zu allem Überfluss bekam Anton kurz vor dem Ziel noch Krämpfe, so dass wir insgesamt wohl ein bis zwei Zwischenfälle zu viel hatten. Zwar haben wir einiges an Zeit verloren, sind aber nicht aussichtslos weit hinten und werden morgen im Zeitfahren damit anfangen aufzuholen. Wenn Anton die nächsten Tage wieder Normalform erwischt, können wir hier denke ich auch noch für die eine oder andere Überraschung sorgen. Ich halte euch hier auf dem Laufenden.

Bis dahin,

Euer Ben