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22 Mai

Saalhausen 2014 oder wer spielt mit mir im Schlamm ?

In XCE,XCO by viktor / 22. Mai 2014 / 0 Comments

Wenn Schlammpackungen gesund sind, dann habe ich an diesem Wochenende echt gesund gelebt.

Am Samstag ging es zunächst bei der Deutschen Meisterschaft im MTB-Eliminator Sprint (XCE) im sauerländischen Lennestadt-Saalhausen rund, am Sonntag durfte die Elite der deutschen MTB-Sportler dann gemeinsam mit vielen Gästen aus dem umliegenden Ausland beim ersten Lauf zur KMC-Bundesliga die Strecke der nächstjährigen Cross-Country-Meisterschaft testen. Samstag also die kurze Schlammpackung. Eliminator Sprint heißt das Format und bedeutet, dass alle Starter erst eine gezeitete Runde auf dem 850 Meter langen (oder kurzen) Parcours fahren müssen, bevor die besten 32 dann in die Finalläufe kommen. In diesen qualifizieren sich dann jeweils die besten zwei von 4 Fahrern für die nächste Runde, bis im Finale der Sieger ausgefahren wird. In der Qualifikation lief es für mich und die Verhältnisse gut. Als 16. qualifizierte ich mich sicher fürs Achtelfinale und dank der mittlerweile zum Acker umgepflügten Wiese hatte ich trotz nur 1:42 min Fahrzeit keine saubere Stelle mehr am Körper. Nach dem Saubermachen ging es dann ins Achtelfinale, das nun über 2 Runden gefahren wurde. Einmal Saalhausen mit doppelt Schlamm, bitte. Ich hielt mich am Start zurück und ging als Vierter ins Rennen. Als mir dann aber s der Dreck von vorne nur so um die Ohren flog, wollte ich auch mal mit Schlamm werfen und fuhr eingangs der zweiten Runden auf Platz 3 vor. Platz 2, der für den Einzug ins Viertelfinale gereicht hätte, lag unmittelbar vor mir, doch leider ergab sich bis zum Ziel keine Überholmöglichkeit mehr. Ich schied aus und verzichtete so auf die weiteren Fangobehandlungen der nächsten Runden. Auf Platz 19 wurde ich gewertet, was angesichts der Verhältnisse doch o.K war.

Am Sonntag hatte der Wetterdoktor uns dann Fango XXL verordnet. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, war die Strecke für den Auftakt zur KMC-Bundesliga teilweise knöcheltief. Offenbar hatte sich die Heilwirkung des Schlamms auch herum gesprochen, denn wir Deutschen waren nun nicht mehr unter uns, sondern auch zahlreiche Belgier, Niederländer, Schweden, Israelis und sogar Australier kamen extra zur Fango-Behandlung nach Saalhausen. Die flüssige Konsistenz des Schlamms wurde während des Rennens durch rhythmische Regenschauer sichergestellt, der starke Wind sorgte gleichzeitig dafür, dass der Schlamm auf Mensch und Maschine unmittelbar trocknete und sich so Schicht für Schicht der „gesunden“ Masse bilden konnte.Für die beweglichen Teile eine Härteprüfung vom Feinsten. Ich kam gut ins Rennen; von Startplatz 9 fuhr ich im ersten Steilanstieg gleich nach vorne und reihte mich hinter zwei Belgiern ein. Die für die Strecke in Saalhausen charakteristischen Steilanstiege selektierten von Beginn an das Feld und während wir vorne noch fahren konnten, mussten viele Fahrer im Feld schon schieben. In den Downhills machte sich das Training der vergangenen Tage bezahlt, denn schnell uns sicher kam ich trotz spiegelglatter Fahrspur herunter. Als der spätere Sieger, Bart de Vocht, nach rund einer halben Runde Vollgas gab, blieb ich erst einmal ruhig. Bei diesen Verhältnissen zu überziehen, kann fatale Folgen haben. Ich konzentrierte mich darauf, an Kevin Panhuyzen dran zu bleiben. In Runde 3 schloss ein weiterer Belgier Didier Bats zu uns auf und schob sich eingangs Runde 4 auf Platz 2 nach vorne. Dahinter kämpften Kevin und ich um Platz 3.  Leider hatte ich im entscheidenden Augenblick wohl doch zu viel Fango aufgesammelt. In der vorletzten Runde drückte mir der angesammelte Schlamm die Kette im Anstieg vom Kettenblatt, so dass ich kurz vom Rad musste und so entscheidende Meter verlor. Kurzzeitig kam ich noch einmal an Kevin heran, doch am Ende fehlten wenige Sekunden zu Platz.  Mit dem 4. Platz und dem Status „Bester Deutscher“ bin ich aber trotzdem sehr zufrieden. Es war der beste Einstieg in die Bundesliga in meiner Karriere; so kann´s weitergehen. Mein Dank gilt Lukas Schmitz vom Bergamont Hayes Factory Racing Team für die Betreuung in den Rennen, den Jungs von Gebiomized für die perfekte Sitzposition, mit der ich am Berg richtig Druck machen konnte und meinem Verpflegungspartner Sponser, durch den ich vor, während und nach den Rennen immer optimal versorgt war. Als nächstes steht nun der zweite Lauf zur KMC-Bundesliga in Heubach am kommenden Wochenende auf dem Programm. Drückt mir die Daumen, dass es dort ähnlich gut läuft ! (12.05.2014)