Alanya C1 – Anfang und Ende meiner Saison

Alanya C1 – Anfang und Ende meiner Saison

Nach dem sehr enttäuschenden Bundesligafinale in Titisee/Neustadt stand Anfang der Woche mein Start beim 20. Internationalen MTB-Cup in Alanya auf der Kippe. Bei meinem Sturz, den ihr im Übrigen auf der Wäldercup-Facebookseite bewundern könnt, hatte ich mir beide Hände und meinen rechten Arm verletzt, so dass ich nicht sicher war, ob sich ein Trip in die Türkei wirklich lohnen würde. Dennoch entschloss ich mich am Mittwoch zur Reise nach Alanya. Ich wusste, dass Martin Gluth und z.B. der türkische Meister Abdulkadir Kellici dort auf mich warten würden und somit mein Ziel das Rennen zu gewinnen auf jeden Fall ambitioniert sein würde. Dennoch fühlte ich mich einigermaßen erholt von den Strapazen des Wochenendes; eine Absage war für mich deshalb ausgeschlossen.

Die Geschichte des Rennens hatte dann doch noch ein paar interessante Wendungen zu bieten. Ich kannte die Strecke noch vom November, wo ich auf eben diesem Kurs Dritter geworden bin und dort meine ersten Weltranglistenpunkte für die 2016er Saison einfahren konnte.
Martin ging von Beginn an ein sehr hohes Tempo, dem ich nicht folgen konnte. Ein kleiner Defekt an meinem Vorbau zwang mich zudem noch zum Boxenstop gleich nach der ersten Runde, so dass ich mit ca. 50 Sekunden Rückstand in die zweite von sechs zu fahrenden Runden ging. Martin war also schon ein gutes Stückchen näher am Sieg als ich. Aufstecken wollte ich wieder nicht und ich merkte, dass es schon viel besser ging als noch in Titisee. Dies bestätigte auch der Abstand nach der zweiten Runde. „20 Sekunden nach vorne“ rief mir mein Daddy zu und das motivierte mich noch mehr. In dieser dritten Runde konnte ich am einzigen längeren Berg zu Martin aufschließen. Von da an wollte ich eigentlich noch gar nicht attackieren und fuhr einfach mein Tempo aus den Runden vorher weiter. Das war ja ebenfalls schnell genug um 50 Sekunden wieder aufzuholen.

Als wir in der nächsten Runde in einen kurzen aber dafür besonders steilen Anstieg gingen, merkte ich gleich, dass Martin mein Hinterrad nicht halten konnte, und gab entsprechend nochmal Gas. Endlich hatte ich meinen Rhythmus, welcher mir in Titisee gefehlt hat, wieder und konnte nochmal zwei Gänge hochschalten. Die vorletzte Runde war dann auch meine schnellste im gesamten Rennen, obwohl ich nicht am Limit fuhr. Letztendlich konnte ich einen schönen Sieg nach sechs Runden, 1:28 h und mit ca. einer Minute Vorsprung auf Martin einfahren. Dieser fühlt sich gleich doppelt schön an. Nach Titisee lechzte mein Körper nochmal nach einer Revanche und zudem fehlten mir auch noch wichtige eigentlich eingeplante UCI – Punkte. Mit diesen 60 aus Alanya werde ich zum ersten Mal in der Top 100 der Weltrangliste überwintern und im nächsten Jahr darum kämpfen weit nach vorne zu kommen. Zwiehoff

Martin auf Platz zwei und Sofia Wiedenroth als Dritte bei den Damen komplettierten eine insgesamt sehr gute deutsche Leistung und Punkteausbeute in der Türkei.

Meine internationale Saison 2016 begann letzten November in Alanya und genau hier endet sie auch wieder. Als wäre das nicht genug, wird eines der ersten Rennen der neuen Saison ebenfalls wieder der Alanya-MTB-Cup sein, welcher im März 2017 ausgetragen wird. Ich hoffe dort wieder auf reichlich Punkte.

Danke an Hansjörg, Sofia, Martin und Armin für diesen coolen Trip!Zwiehoff