3. Etappe: Gelitten, aber überlebt!

Bereits heute morgen wusste ich, dass es heute besonders schwer wird. Eigentlich fühlte es sich gestern nach der Etappe sehr gut an, die Beine waren nicht zu kaputt und ich war hoffnungsfroh, dass auf der Königsetappe -wie sie angekündigt war- heute etwas geht. Doch nach dem Abendessen gestern streikte auf einmal wie aus heiterem Himmel erst mein Magen und dann mein Darm. Die Folge war, dass ich in der Nacht statt zu schlafen fast durchgängig auf dem stillen Örtchen war. Zwar ging es heute morgen vor der Etappe beim Frühstück wieder etwas besser, doch merkte ich schon beim Warmfahren, dass mir die Power fehlt. Trotzdem ging ich am Anfang der Etappe noch in der Spitzengruppe mit; problematisch war aber, dass Gels und Energydrinks schneller aus meinem Körper wieder rauskamen, als ich sie reinschütten konnte. So war ich mehr mit dem Kampf gegen mich selbst beschäftigt, als mit dem gegen das kühle Wetter und meine Gegner. Es verwundert daher auch nicht, dass ich -obwohl ich nur einmal kurz nicht aufgepasst hatte- den Anschluss an die Gruppe verlor. Mehrere Minuten versuchte ich noch die Lücke zuzufahren, doch das Tempo der Gruppe war einfach zu hoch. Im nächsten Anstieg etwa zur Hälfte des Rennens ging dann nichts mehr, kraftlos kurbelte ich hoch, zahlreiche andere Fahrer überholten mich und ich dachte schon ans Aufgeben, als meine Beine -keine Ahnung warum- auf einmal wieder wollten. Vorsichtshalber trank ich und -oh Wunder- der Magen nahm das Elektrolytgetränk an und schickte es nicht postwendend wieder zurück. Von dann an lief es wieder einigermaßen rund. Gemeinsam mit Georg Egger (Lexware) konnte ich auf einmal wieder so was ähnliches wie Druck machen und am letzten Anstieg fuhren wir sogar wieder einige Plätze vor. Leider verlor ich im letzten Downhill -wohl auch wegen der Erschöpfung- an einem Abzweig etwas die Orientierung und landete in einer Sackgasse. Das kostete mich noch einmal ca. 2 Minuten, doch darauf kam es heute auch nicht mehr an. Am Ende war ich nur froh, dass ich irgendwie „überlebt“ hatte. Platz 22 war unter den Umständen noch ein gutes Ergebnis. In der Gesamtwertung habe ich durch den heutigen Zeitrückstand allerdings einiges eingebüßt und liege jetzt auf Platz 14. Ich hoffe aber, dass ich das Schlimmste jetzt hinter mir habe und dass es morgen wieder vorwärts geht. Drückt mir weiter die Daumen, ich kann es jetzt erst recht gebrauchen!

Und so sind wir heute gefahren:

Etappe 3