3 aus 3! Erneuter Sieg beim NRW-Cross-Cup in Hürth

Ich weiß nicht woran das liegt, aber Crossen macht mir diesen Winter mehr Spaß als sonst. In den letzten Jahren habe ich zwar auch immer wieder den NRW-Landesmeistertitel geholt, war aber nie so begeistert wie in diesem Jahr. Ich glaube das neue Bergamont Grandurance CX und das Einführen der Scheibenbremse in den Cyclocross-Sport waren ein wirklicher Segen für mich. Meine neue Cross-Maschine (7,5 kg) fährt sich beinah wie ein MTB-Bike. Es ist wendig, agil, hat einen super Antritt und liegt gleichzeitig auch noch aerodynamisch. In Hürth hatte ich endlich die Gelegenheit das neue Rad auch mal im Rennen zu testen. Wie schon in Rade in Person von Marvin Schmidt, stand in Hürth ein prominenter und starker Gegner mit mir am Start. Tour de France-Fahrer Nils Pollit von Katusha-Alpecin, den ich schon seit einigen Jahren kenne, wollte sich offenbar auch mal ein wenig einsauen und stand mit seinem neuen Canyon Crosser direkt neben mir am Start. Da es Nils Heimrennen war, gesellten sich trotz sehr bescheidenen Wetters einige Zuschauer an die durch den Regen aufgeweichte Strecke. Die Geschichte von Hürth ist schnell erzählt. Ich wusste, dass ich am Start gleich Dampf machen sollte, um Nils, der von den Straßenrennen sicher einen anderen Rhytmus gewöhnt ist, gleich aus der Reserve zu locken. Leider crashte ich schon zu Beginn mal wieder in eine Hürde (wie soll es auch ohne gehen haha). Diese bestand in Hürth zum Glück nicht aus Holz, sondern aus Stroh, so dass es kein Problem war (wichtig ist beim Hürdenspringen auch die Anfahrt und ggf. Wurzeln im Auge zu behalten ;-). Trotzdem konnte ich nach bereits einer Runde mit reichlich Vorsprung in den Rest des Rennens gehen. Dieser wuchs immer weiter an.

 

Kleine Kuriosität war vielleicht noch, dass ich zum allerersten Mal ein Wechsel des Bikes im Rennen erleben durfte. Im Crossen ist es üblich bei schlammigen Bedingungen den fahrbaren Untersatz zu wechseln, damit der Mechaniker (Hansjörg hat mal wieder einen Weltklasse-Job gemacht) das Bike wieder frisch poliert um u.a. die Funktion der Schaltung zu gewährleisten. Beim Wechsel war ich komplett überfordert und hatte keine Ahnung, wie man sowas anstellt. Es lief darauf hinaus, dass ich in die Zone gefahren bin, mein Fahrrad während der Fahrt einfach los ließ und das andere übernahm. Dabei krachte zwar ein Rad ins andere und zahlreiche Betreuer mussten aus dem Weg springen, aber was soll´s? Ich konnte reibungslos weiter fahren und am Ende das Rennen trotz des Radwechsels souverän gewinnen. Fazit: Die typischen crossspezifischen Fähigkeiten wie Radwechsel, Laufen und Radschultern gehen mir komplett ab, was ich durch Fahrtechnik, sauberes Fahren und ordentlich Dampf aber auszugleichen weiß. Vielleicht wird wenn oben genanntes irgendwann auch noch klappt aus mir ja sogar noch ein passabler Crosser 😉 Ich halte euch diesbezüglich natürlich auf dem Laufenden. Nächste Chance das zu verbessern sind die Landesmeisterschaften im Cross in Rheine und der Finallauf des NRW-Cross-Cups in Pulheim. Bis dahin locker bleiben und trotz des Novemberwetters den Spaß am Biken nicht verlieren.

Euer Ben